Schlickermilch

Schlickermilch (auch Schloppermilch oder Schlippermilch) bezeichnet in der Landwirtschaft die nach abgenommenem Rahm oder Sahne übrig bleibende lautere Milch, welche zu Quarkkäsen gebraucht oder dem Gesinde mit eingebrocktem Brot zum Verspeisen gegeben wurde. Außerdem wurde sie in der Schweinemast verwendet.

Im schlesischen Dialekt ist Schlickermilch eine Bezeichnung für sauer gewordene Milch, die entsprechend weiterverwendet werden kann. Sie entsteht, wenn der Milchzucker in frischer, unbehandelter Milch durch Milchsäurebakterien in Milchsäure umgewandelt wird (Milchsäuregärung) und das in der Milch enthaltenen Protein durch Absenkung des pH-Wertes aggregiert und präzipitiert.

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Einzelnachweise

  1. Grimm Deutsches Wörterbuch: schlippermilch, f. geronnene, saure, dicke milch; schlippern, verb. weiterbildung zu schlippen (vgl. auch schlipfern), schles. gleiten, schwanken, in Ost- und Westpreuszen von der schaukelnden bewegung der dicken milch; auch gerinnen, von der milch, wenn sich das ölichte vom käsigen gesondert hat, so in Posen.
  2. Krünitz Oekonomische Encyklopädie 1773-1858
  3. Journal für Landwirtschaft, Band 6, Paul Parey. (1858), S. 57 ff. und S. 159 ff.
  4. Paul Drechsler Wencel Scherffer und die Sprache der Schlesier: Ein Beitrag zur Geschichte der deutschen Sprache, Georg Olms Verlag (1977), S. 228

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