Gesellschafter einigen sich nicht: curameo stellt Insolvenzantrag
Insolvenzverwalter Patrick Meyerle prüft Sanierungsoptionen für den Bio-Ingwer-Shot-Hersteller
Die curameo AG aus dem fränkischen Reichenschwand hat beim Amtsgericht Nürnberg einen Insolvenzantrag gestellt. Das Gericht ordnete die vorläufige Insolvenzverwaltung über das Vermögen der Gesellschaft an und bestellte Patrick Meyerle von der PLUTA Rechtsanwalts GmbH zum vorläufigen Insolvenzverwalter.
Nach Unternehmensangaben ist der Grund für den Antrag, dass sich die Gesellschafter des Unternehmens, das mit der Marke Kloster Kitchen einer der Pioniere für Bio-Ingwer-Shots in der DACH-Region ist, nicht auf die weitere Finanzierung einigen konnten.
Nach einem dynamischen Wachstum in den vergangenen Jahren, bei dem das Produktangebot von Bio-Ingwer-Shots unter anderem auf Bio-Säfte und Bio-Smoothies sowie zuletzt auf das Mikronährstoffkonzentrat VITAL FLOW als neue Produktkategorie ausgeweitet wurde, benötigt curameo für die nächste Entwicklungsphase eine weitere Wachstumsfinanzierung. Das Unternehmen erreichte 2025 einen Umsatzsprung von mehr als 20% auf rund 10 Mio. Euro und beschäftigt rund 45 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die Produkte werden im Rahmen einer Multichannel-Strategie über den eigenen Web-Shop und Online-Marktplätze, den stationären Lebensmitteleinzelhandel und über Unternehmen (z.B. Fluglinien) vertrieben.
Der vorläufige Insolvenzverwalter ist derzeit dabei, sich zusammen mit seinem Kollegen Rechtsanwalt Daniel Barth ein Bild von der aktuellen Situation zu machen.
Patrick Meyerle erklärt in einer ersten Stellungnahme: „Das Unternehmen wird den Geschäftsbetrieb vollumfänglich weiterführen. Die Produktion läuft weiter, so dass die Kunden auch in den nächsten Wochen mit den Produkten beliefert werden. Zeitgleich werden wir in den kommenden Wochen die Sanierungsoptionen prüfen.“
Die Mitarbeiter wurden über die aktuelle Lage bereits informiert. Ihre Gehälter sind für drei Monate über das Insolvenzgeld gesichert.
Mario Fürst, Vorstand und Mitgründer der curameo AG, sagt: „curameo hat in den vergangenen Jahren bewiesen, dass es mit Kloster Kitchen auch in einem stark umkämpften Markt für innovative Bio‑Produkte dynamisch wachsen kann. Seit der Gründung standen dabei echter funktionaler Nutzen, guter Geschmack und natürliche Zutaten im Mittelpunkt unserer Produktentwicklung. Jetzt geht es darum, den Geschäftsbetrieb zu stabilisieren und zügig in einen konstruktiven Dialog mit Kunden und Lieferanten zu treten. Parallel prüfen wir die Optionen für eine nachhaltige Fortführung des Unternehmens. Megatrends wie Longevity, Prävention und ein stärker gesundheitsorientierter Lebensstil verändern die Ernährungsgewohnheiten strukturell – vor diesem Hintergrund sehen wir grundsätzlich weiterhin relevante Marktpotenziale für unsere Produkte in den DACH‑Märkten und darüber hinaus.“
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