Gummibärchen trotzen im Kampf der süßen Neuheiten den Trends

22.01.2014 - Deutschland

KÖLN (dpa-AFX) - Ob Luxusschokolade mit essbaren Gold- und Silberflocken oder Lutschbonbons für extrem saure oder scharfe Geschmackserlebnisse - neue Süßwaren haben von Sonntag an bei der weltgrößten Branchenmesse ISM Konjunktur. Doch die wenigsten Neuschöpfungen können einen der begehrten Plätze in den Supermarkt-Regalen dauerhaft erobern. Dort geben immer noch Allzeit-Klassiker den Ton an - wie die Gummibärchen.

Etwa jede zweite Süßwaren-Neuheit sei nach einem Jahr wieder verschwunden, schätzt der Vorstandsvorsitzende des internationalen Süßwarenhandelsverbands Sweets Global Network, Hans Strohmaier. Nach zwei Jahren seien nur noch etwa 15 Prozent von ihnen übrig.

Rund 2000 neue Produkte haben 2012 in Deutschland den Sprung in die Regale des Handels geschafft, sagt Strohmaier. Bei der internationalen Süßwarenmesse ISM werden die knapp 1500 Aussteller schätzungsweise weitere 5000 Neuheiten präsentieren. Zu der Messe, die am Sonntag in Köln beginnt (bis 29. Januar), werden rund 35 000 Fachbesucher erwartet. Allein der Neuheiten-Katalog, der eigens zur Messe vorgelegt wurde, zählt mehr als 250 Seiten. "Der Verbraucher sucht Neuheiten", meint Strohmaier.

So verspricht ein niederländischer Hersteller ein "einzigartiges Geschmackserlebnis" durch eine neuartige Gärung von Kakaobohnen. Aus Lettland kommen luftgetrocknete Kürbis- oder Quittensnacks, aus Belgien Schokoladentafeln im Fußballdesign, auf denen sich eine Nationalflagge befestigen lässt - passend zur Weltmeisterschaft im Sommer. Besonders anspruchsvolle WM-Fans können auf "schonend gewaschene und von Hand ausgebackene" Chips aus altenglischen Kartoffelsorten zurückgreifen.

"Es gibt alles", sagt Strohmaier. Speziell bei Schokoladenliebhabern sei derzeit Luxus im Trend. Premiumbohnen und fair gehandelter Kakao sind nach Angaben der Messeveranstalter ebenso gefragt wie ungewöhnliche Schokoladenformen wie Würfel oder Blasen. Auch herzhafte Komponenten wie Kräuter und Gewürze seien im Trend.

Auch in asiatischen Ländern - vor allem in China - steige derzeit die Lust auf Schokolade, berichtet Strohmaier. Doch mit einem jährlichen Pro-Kopf-Verbrauch an Schokolade von rund 100 Gramm sind die Chinesen im weltweiten Vergleich noch deutlich abgeschlagen. In Deutschland lag der Schoko-Konsum pro Kopf im Jahr 2012 bei rund neun Kilogramm. Die schokobegeisterten Schweizer brachten es sogar auf über zehn Kilogramm./uta/DP/jha

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