Streit um Ostereier eskaliert
May rügt Schokoladenfirma und Stiftung
Als wäre Brexit nicht genug: In Großbritannien nimmt ein Streit um den richtigen Begriff für die Suche nach Ostereiern skurrile Formen an. Sogar die Premierministerin hat sich eingeschaltet. Anlass ist der Aufruf zu einer Suche nach Schokoladeneiern, in der das Wort Ostern nicht prominent vorkam.
Den Auftakt gab der Erzbischof von York, John Sentamu. Der streitlustige Geistliche warf der Schokoladenfirma Cadbury vor, das Erbe ihres frommen Gründers John Cadbury (1801 - 1889) zu beschädigen. Den Begriff Ostern bei der Cadbury-Osterei-Suche wegzulassen, sei "wie auf das Grab von John Cadbury zu spucken", sagte Sentamu der britischen Zeitung "Telegraph". Ein Sprecher der Church of England klagte, der Glaube werde aus Ostern "wegretuschiert".
Der Süßigkeitenhersteller sponsort seit zehn Jahren die traditionelle Ostereisuche "Egg-Hunt" des National Trust, einer Stiftung zur Erhaltung von Kultur- und Naturdenkmälern. In diesem Jahr war der Begriff "Ostern" bei dem Aufruf zu den etwa 300 Veranstaltungen im ganzen Land nicht auf dem Logo erschienen.
Die Stiftung bezeichnete die Vorwürfe in einem Statement als "Unsinn". Auf der Webseite sei dutzendfach die Rede von Ostern, und überhaupt seien die Veranstaltungen an sich ein Aufruf, das Fest zu begehen.
Premierministerin Theresa May war anderer Meinung. Sie bezeichnete die Haltung der Stiftung als "absolut lächerlich". Als Tochter eines Pfarrers und Fördermitglied des National Trust sei Ostern für sie sehr wichtig. "Ich weiß ehrlich gesagt nicht, was die sich denken", sagte May dem britischen Fernsehsender Channel 4 während eines Besuchs in Saudi-Arabien./cmy/DP/jha (dpa)
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