Lebensmittelhandwerk: Integration von Flüchtlingen braucht Zeit
Das deutsche Lebensmittelhandwerk sieht trotz des Zustroms von Flüchtlingen keine rasche Abhilfe beim Fachkräfte- und Nachwuchsmangel. «Ich glaube schon, dass wir hier ein Potenzial haben, aber das geht nicht von heute auf morgen», sagte Heinz-Werner Süss, Präsident des Deutschen Fleischer-Verbandes, am Donnerstag auf der Handwerksmesse IHM (bis 1. März) in München. Generell hätten es die gut eine Million Handwerksbetriebe in Deutschland schwer, Lehrlinge zu finden, weil viele junge Leute «lieber Krawatte tragen».
Wer keinen Handwerksberuf ergreifen wolle, den könne man auch kaum überzeugen, sagte Süss.
Im vergangenen Jahr blieben nach Angaben des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks rund 17 000 Lehrstellen im Handwerk unbesetzt, damit war die Lücke zwar etwas kleiner als im Vorjahr, doch angesichts des Akademisierungstrends und der demografischen Entwicklung ist keine Entspannung in Sicht.
Um mehr Nachwuchs zu gewinnen, setzt das Handwerk auch auf junge Flüchtlinge, denen mit einem Qualifizierungsprogramm der Weg in eine Ausbildung geebnet werden soll. Wünschenswert wäre zudem, das Thema «ganz pragmatisch» anzugehen und etwa mehrwöchige Praktika anzubieten, in denen die jungen Flüchtlinge, aber auch die Betrieb schauen könnten, ob sie zusammen passen, sagte Michael Wippler, Präsident des Zentralverbands des Deutschen Bäckerhandwerks. Statt viel über mögliche Programme zu diskutieren, sollten die Beteiligten vor Ort «einfach machen», so Wippler.
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