Afrikas "Grüne Mauer" ist auch wirtschaftlich sinnvoll
Die Sahelzone erstreckt sich südlich der Sahara vom Senegal im Westen bis nach Äthiopien im Osten Afrikas. Weite Teile der ehemals fruchtbaren Region sind heute praktisch unbewirtschaftet. Gründe dafür sind Dürren, schlechte landwirtschaftliche Anbaumethoden sowie die Übernutzung durch den wachsenden Bedarf an Nahrungsmitteln und Brennholz.
Ein typisches Dorf in der Sahelzone in Niger
© FAO, http://www.fao.org/in-action/action-against-desertification/en
Die Initiative "Great Green Wall" will diesen Verlust durch die massenhafte Anpflanzung von einheimischen Bäumen und Gräsern ausgleichen und umkehren. 100 Millionen Hektar Land sollen auf diese Weise wiederhergestellt werden. Bislang ist dieses ehrgeizige Ziel jedoch weit davon entfernt, erreicht zu werden - unter anderem, weil es an finanziellen Mitteln fehlt.
Dies könnte sich jedoch in Zukunft ändern: Anfang des Jahres haben verschiedene Geberländer auf dem One Planet Summit for Biodiversity fast 15 Milliarden Dollar für das Projekt zugesagt. "Um diese Mittel effizient einzusetzen, müssen wir uns nun fragen, wo und für welche Maßnahmen sie am sinnvollsten verwendet werden sollen", betont Dr. Alisher Mirzabaev vom Zentrum für Entwicklungsforschung (ZEF) der Universität Bonn.
Jeder investierte Dollar bringt 20 Cent Netto-Rendite
Der Agrarökonom hat eine Studie geleitet, die eine Antwort gibt. Die Forscher teilten die Sahelzone in 40 Millionen Parzellen zu je 25 Hektar auf. Für jede dieser Parzellen analysierten sie dann, welche Maßnahmen zur Wiederherstellung des Bodens möglich wären und wie viel sie kosten würden. Diese Berechnung verglichen sie mit den wirtschaftlichen Vorteilen, die erzielt werden könnten.
"Dazu gehören zum einen die sogenannten Versorgungsleistungen", erklärt Mirzabaev: "Das sind die Dinge, die von den Ökosystemen produziert werden: Nahrung und Trinkwasser, Rohstoffe wie Holz oder Heilpflanzen." Es gibt auch andere Effekte, wie ein besseres Klima, weniger Winderosion oder Bestäuberleistungen, die wiederum die Ernteerträge der Landwirte erhöhen. Auch sie können heute mit einem Preisschild versehen sein.
Die Ergebnisse zeigen, dass sich der Bau der "Grünen Mauer" auch wirtschaftlich lohnt. Wie viel, hängt jedoch von einer Reihe von Faktoren ab. In der Regel wäre eine Wiederaufforstung ökonomisch und ökologisch am vorteilhaftesten. Aber es dauert Jahrzehnte, bis aus ein paar hundert Setzlingen ein Wald gewachsen ist. Die Investition trägt also nur sehr langfristig Früchte.
Anders sieht es aus, wenn degradierte Flächen in Ackerland umgewandelt werden. "Im Idealfall ist dann schon nach einem Jahr die erste Ernte möglich", sagt Mirzabaev. Die Wiederherstellung von Ackerland kann sich also vergleichsweise schnell bezahlt machen, und viele arme Kleinbauern bevorzugen auch schnelle Erträge aus ihren Wiederherstellungsmaßnahmen. Allerdings sind die dadurch erzielbaren Gewinne deutlich geringer, ebenso wie die Umweltauswirkungen.
"In unserer Analyse arbeiten wir mit verschiedenen Szenarien, von denen einige eher auf einen kurzfristigen Nutzen abzielen, während andere eher langfristig angelegt sind", erklärt der Agrarökonom, der Mitglied des Transdisziplinären Forschungsbereichs "Nachhaltige Zukunft" an der Universität Bonn ist. Das so genannte Basisszenario zum Beispiel enthält eine Mischung aus kurzfristigen und langfristigen Erträgen. In diesem Szenario bringt jeder ausgegebene Dollar eine durchschnittliche Nettorendite von 20 Cent.
Die Hälfte der rentablen Regionen ist zu unsicher für Maßnahmen
Allerdings gibt es hier große regionale Unterschiede. Die positivste Wirtschaftsbilanz weisen Teile von Nigeria, Eritrea und Äthiopien auf. Hier lohnt sich die Investition in die "Grüne Wand" am meisten. Um alle vorgeschlagenen Maßnahmen in diesem Szenario zu finanzieren, wären 44 Milliarden US-Dollar erforderlich. Damit könnten 28 Millionen Hektar Land wiederhergestellt werden.
Die Analyse zeigt aber auch, dass dies wohl nur in der Theorie funktionieren wird. Denn viele der Regionen, in denen der Bau der Grünen Mauer sinnvoll wäre, sind aufgrund von gewaltsamen Konflikten einfach zu unsicher für solche Maßnahmen. "Wenn wir diese Gebiete herausnehmen, bleiben nur 14 Millionen Hektar übrig", so Mirzabaev. "Das zeigt, wie sehr solche Auseinandersetzungen nicht nur direktes menschliches Leid verursachen, sondern auch eine positive Entwicklung der betroffenen Regionen verhindern."
Hinweis: Dieser Artikel wurde mit einem Computersystem ohne menschlichen Eingriff übersetzt. LUMITOS bietet diese automatischen Übersetzungen an, um eine größere Bandbreite an aktuellen Nachrichten zu präsentieren. Da dieser Artikel mit automatischer Übersetzung übersetzt wurde, ist es möglich, dass er Fehler im Vokabular, in der Syntax oder in der Grammatik enthält. Den ursprünglichen Artikel in Englisch finden Sie hier.
Originalveröffentlichung
Weitere News aus dem Ressort Wissenschaft
Holen Sie sich die Lebensmittel- und Getränke-Branche in Ihren Posteingang
Mit dem Absenden des Formulars willigen Sie ein, dass Ihnen die LUMITOS AG den oder die oben ausgewählten Newsletter per E-Mail zusendet. Ihre Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Die Speicherung und Verarbeitung Ihrer Daten durch die LUMITOS AG erfolgt auf Basis unserer Datenschutzerklärung. LUMITOS darf Sie zum Zwecke der Werbung oder der Markt- und Meinungsforschung per E-Mail kontaktieren. Ihre Einwilligung können Sie jederzeit ohne Angabe von Gründen gegenüber der LUMITOS AG, Ernst-Augustin-Str. 2, 12489 Berlin oder per E-Mail unter widerruf@lumitos.com mit Wirkung für die Zukunft widerrufen. Zudem ist in jeder E-Mail ein Link zur Abbestellung des entsprechenden Newsletters enthalten.
Meistgelesene News
Weitere News von unseren anderen Portalen
Zuletzt betrachtete Inhalte
Virtuelle Showrooms: Kundendialog neu gedacht
WWF-Studie: Ernährungsstil hat Einfluß auf biologische Vielfalt
Hellofresh fährt mehr als verdreifachten Gewinn ein - Aber wie könnte der weitere Trend sein?
Sesotec ist erneut „Top-Arbeitgeber im Mittelstand“
Zu viele Buzzwords sind schlecht für das Arbeitsklima
Der perfekte Einschenkvorgang: Modell sagt die Eigenschaften der Schaumkrone von Bier voraus - Forscher befassen sich mit den unzähligen komplexen Fragen der Bierschaumdynamik und weisen auf eine präzisere Brauerei und Düsenherstellung hin
HARIBO Almdudler jetzt auch in Deutschland - Zusammen mit der Limited Edition HARIBO Süße Brezeln wird die Hüttenzeit „dahoam“ perfekt
UConn-Startup revolutioniert die Lebensmittelkonservierung... durch Kelp - Finanzierung wird Atlantic Sea Solutions dabei helfen, einen Prototyp seiner essbaren Lebensmittelbeschichtung zu entwickeln - "Dies ist eine neue Nische; eine bahnbrechende Anwendung"
Erkennen von Verunreinigungen in Lebensmitteln - Ein neuer Ansatz: die hyperspektrale Bildverarbeitung
Katjes übernimmt Healthy-Snack-Marke Graze von Unilever - Produktion in London mit ca. 180 Mitarbeitenden übernommen
Winzer hoffen nach Abschluss der Weinlese auf gute Qualitäten