Die von der FDA festgelegten Natriumgrenzwerte zeigen keine erkennbaren Auswirkungen
Studie findet keine Hinweise auf eine Natriumreduktion in neuen verpackten Lebensmitteln, nachdem 2021 unverbindliche, freiwillige Leitlinien herausgegeben wurden
Im Jahr 2021 veröffentlichte die US-amerikanische Food and Drug Administration (FDA) freiwillige Natriumreduktionsziele der Phase I, um die Hersteller dazu anzuregen, den Natriumgehalt in verpackten Lebensmitteln bis 2024 zu senken. Laut einer Studie, in der der Natriumgehalt neuer Produkte vor und nach der Veröffentlichung der Leitlinien verglichen wurde, scheinen diese Ziele jedoch nur minimale Auswirkungen gehabt zu haben.
„Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass der Natriumgehalt in neu eingeführten Produkten in neun Kategorien verpackter Lebensmittel, die den größten Anteil am Natriumkonsum in den USA ausmachen, nicht gesunken ist und in vier Kategorien sogar gestiegen ist – trotz der von der FDA herausgegebenen freiwilligen Ziele“, sagte Kenny Kusnadi, MSPH, Doktorand am Institut für Internationale Gesundheit der Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health und Erstautor der Studie. „Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Lebensmittelindustrie die Natriumziele nicht in die Entwicklung neuer Produkte und in Innovationen einbezieht.“
Eine übermäßige Natriumaufnahme gehört zu den Hauptursachen für Bluthochdruck und erhöht das Risiko für Schlaganfälle, Herzinfarkte und Herzinsuffizienz. Studien haben gezeigt, dass die meisten Amerikaner weit mehr als die empfohlene Obergrenze von 2.300 Milligramm Natrium pro Tag zu sich nehmen, was etwa einem Teelöffel Kochsalz entspricht.
Da der Großteil des von uns aufgenommenen Natriums aus verpackten Lebensmitteln und Restaurantmahlzeiten stammt – und nicht aus Salz, das am Tisch oder beim Kochen zu Hause hinzugefügt wird –, haben Gesundheitsbehörden die freiwilligen Leitlinien herausgegeben, um den Natriumkonsum der Bevölkerung zu senken, indem sie die Hersteller dazu ermutigten, die Rezepturen ihrer verpackten Lebensmittel anzupassen.
Die Forscher analysierten den Natriumgehalt, der auf den Nährwertangaben von verpackten Lebensmitteln angegeben ist, die in den Vereinigten Staaten im Zeitraum von 2015 bis 2025 auf den Markt gebracht wurden (sechs Jahre vor und vier Jahre nach der Veröffentlichung der freiwilligen Leitlinien im Jahr 2021). Sie untersuchten den Natriumgehalt von Lebensmitteln in neun wichtigen Kategorien, die einen wesentlichen Beitrag zum Natriumkonsum leisten: Brot und Brotprodukte, Pizzen, Sandwiches/Wraps, Fleischprodukte, Snacks auf Maisbasis, Kartoffelsnacks, Popcorn, Trockensuppen und Flüssigsuppen. Über alle neun Kategorien hinweg unterschied sich der Natriumgehalt zwischen Produkten, die vor und nach 2021 auf den Markt kamen, nicht. Tatsächlich war der Natriumgehalt bei Produkten, die nach 2021 auf den Markt kamen, in vier Kategorien höher: Trockensuppen, Popcorn, Brot und Brotprodukte sowie Snacks auf Maisbasis.
„Diese Ergebnisse ergänzen eine umfangreiche Evidenzbasis, die belegt, dass freiwillige, unverbindliche Zielvorgaben ein weniger wirksamer Ansatz sind, um den Natriumgehalt in Lebensmitteln sinnvoll zu senken“, sagte Dr. Matti Marklund, Assistenzprofessor am Department of International Health der Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health und leitender Autor der Studie. „Die vorliegenden Erkenntnisse, einschließlich unserer Analyse, deuten darauf hin, dass künftige Bemühungen strengere Mechanismen zur Rechenschaftspflicht erfordern, wie beispielsweise verbindliche Natriumziele mit finanziellen Konsequenzen bei Nichteinhaltung.“
Die Studie konzentrierte sich auf Produkte, die neu auf den US-Markt gebracht wurden, basierend auf Daten aus der „Mintel Global New Product Database“, die verpackte Lebensmittel umfasst, die in Supermärkten und führenden Einzelhandelskanälen verkauft werden und entweder neu eingeführt wurden oder bei denen Änderungen an der Rezeptur oder der Verpackung vorgenommen wurden. Zwar eignet sich die Methodik der Studie gut zur Bewertung von Branchentrends, doch erfasst sie nicht die Gesamtheit aller Produkte in den Regalen und bewertet auch nicht die Natriumaufnahme einzelner Personen, was dazu beitragen könnte, ein vollständigeres Bild hinsichtlich des Erfolgs von Maßnahmen zur Natriumreduktion zu vermitteln.
Verbraucher können ihre Natriumaufnahme senken, indem sie zu Hause kochen, weniger auf Fertiggerichte und verpackte Lebensmittel zurückgreifen und die Nährwertangaben lesen, um Produkte mit geringerem Natriumgehalt auszuwählen. Zwar können solche Maßnahmen Einzelpersonen dabei helfen, ihre Natriumaufnahme zu senken, doch betonten die Forscher, dass strenge politische Maßnahmen erforderlich sind, um den Natriumkonsum der Bevölkerung zu senken und die damit verbundene Belastung durch Bluthochdruck, Schlaganfälle und Herzerkrankungen in den Vereinigten Staaten deutlich zu verringern. Die FDA hat im August 2024 die Natriumreduktionsziele der Phase II eingeführt und wird voraussichtlich noch in diesem Jahr eine formelle Bewertung der Ziele der Phase I vorlegen.
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