Bilanzen der Bierbrauer: Heineken gewinnt, Carlsberg macht Verlust
Die Wirtschaftskrise in Russland belastet die führenden Bierkonzerne. Da sind Erfolge in anderen Märkten besonders wichtig - das gelingt Heineken besser als Carlsberg.
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Kräftiger Gewinnsprung für Heineken, Milliardenverlust bei Carlsberg - die Nummer drei und vier der Bierbranche haben 2015 völlig gegensätzliche Ergebnisse erzielt. Heineken profitierte vor allem von gestiegener Nachfrage in Amerika. Trotz Absatzschwächen in Asien, dem Nahen Osten und Osteuropa ergab sich dadurch ein Absatzplus von 1,5 Prozent, ohne den Zu- und Verkauf von Unternehmensteilen, wie das Unternehmen am Mittwoch in Amsterdam ankündigte.
Im Gesamtjahr 2015 verkaufte Heineken gut 188 Millionen Hektoliter (100 Liter) Gerstensaft, ein Zuwachs von 2,3 Prozent. Während der Umsatz auch dank des starken US-Dollar um 6,5 Prozent auf 20,5 Milliarden Euro anzog, legte der Überschuss um ein Viertel auf 1,9 Milliarden Euro zu. Für 2016 erwartet Vorstandschef Jean-François van Boxmeer trotz eines Preiskampfs in der Branche eine weitere Steigerung von Umsatz und Gewinn.
Konkurrent Carlsberg rechnet indes mit einem weiteren schwierigen Jahr. Eine wachsende Nachfrage in Asien soll den operativen Gewinn 2016 dennoch um einen niedrigen einstelligen Prozentsatz nach oben treiben. Auf dem Heimatkontinent erwartet der seit Juni amtierende Vorstandschef Cees 't Hart ein schwieriges Geschäft: In Westeuropa dürfte der Bierdurst trotz der anstehenden Fußball-Europameisterschaft stagnieren. In Osteuropa stehe das Geschäft wegen der Krise in Russland weiter unter Druck.
Im abgelaufenen Jahr verkaufte das Unternehmen mit 120 Millionen Hektolitern rund zwei Prozent weniger Bier von Marken wie Tuborg, Holsten Pilsener und Kronenbourg. Ohne Zukäufe hätte das Minus sogar vier Prozent betragen.
Probleme hat Carlsberg vor allem wegen der wirtschaftlichen Probleme in Russland, wo der Konzern nach einem großen Zukauf Marktführer ist.
Das Unternehmen schließt eine Reihe von Brauereien und streicht 2000 Jobs. Unter dem Strich stand wegen milliardenschwerer Abschreibungen und den Kosten des Konzernumbaus ein Verlust von 2,9 Milliarden Kronen. Ein Jahr zuvor hatte Carlsberg noch 4,4 Milliarden Kronen verdient. (dpa)
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