Dehoga fordert gleiche Steuersätze für Restaurants und Imbisse
Gastronomen haben eine steuerliche Gleichbehandlung von Restaurants mit Essenslieferanten aus dem Einzelhandel gefordert. Für die aufwendig betriebene standortfeste Gastronomie mit vielen Mitarbeitern werde ein Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent erhoben, sagte der neue Präsident des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga), Guido Zöllick, der Deutschen Presse-Agentur in Rostock. Die Einzelhändler wie beispielsweise Bäckereien oder Metzgereien, die oft einen wesentlich geringeren Aufwand betrieben, müssten dagegen nur sieben Prozent Mehrwertsteuer zahlen. Die steuerlichen Ausnahmen gelten auch für Stehimbisse, Take-Away-Shops oder Theken in Einkaufszentren. Caterer, die das Essen etwa mit Zelten und Personal bereitstellen, müssten dagegen auch den vollen Mehrwertsteuersatz zahlen.
Mit einem einheitlich niedrigen Steuersatz würde eine in Europa übliche Gleichbehandlung erreicht, sagte Zöllick. In 21 von 28 EU-Staaten gelte der reduzierte Mehrwertsteuersatz für alle Lebensmittel. Es sei höchste Zeit, zubereitete Speisen unabhängig vom Ort des Verzehrs steuerlich gleich zu behandeln. Mit dieser Forderung sollen die Parteien im kommenden Bundestagswahlkampf konfrontiert werden.
Zöllick ist seit einem Monat Präsident des Dehoga, der mehr als 70 000 Betriebe vertritt. Im gesamten Gastgewerbe sind mehr als 200 000 Betriebe mit gut zwei Millionen Beschäftigten tätig. Zöllick ist zudem Geschäftsführer des Hotels Neptun in Rostock-Warnemünde.
Prinzipiell gehe es den Unternehmen nach einem erfolgreichen Jahr gut, die Umsätze in den Hotels und der Gastronomie in den Großstädten und Ferienzentren seien hoch. Probleme gebe es jedoch im ländlichen Bereich, dort seien die klassischen Gasthäuser teilweise akut gefährdet. "Es gibt auf dem Land vielfach ein Wirtshaussterben", sagte Zöllick. "Bei der Stagnation des Umsatzes und stetigen Kostensteigerungen geraten die Unternehmen in die Schieflage." Damit sei auch vielfach die Unternehmensnachfolge in Frage gestellt.
Hintergrund seien demografische Effekte und ein verändertes gesellschaftliches Gefüge etwa von Familienstrukturen. Aber auch in den ländlichen Regionen spiele der unterschiedliche Steuersatz eine wesentliche Rolle./mgl/DP/he (dpa)
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