Schweinehalter fordern bessere Perspektiven für ihre Branche
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Angesichts der Diskussionen über Tierwohl in deutschen Ställen und steigender Umweltauflagen fordern die Schweinehalter mehr Geld und mehr Anerkennung.
"Wenn ich als Gesellschaft immer höhere Anforderungen für das Tierwohl, an die Betriebsstruktur und an die Umwelt stelle, dann brauchen wir auch eine Übereinkunft, wie die Gesellschaft dies finanzieren will", sagte der Vorsitzende der Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN), Heinrich Dierkes, bei der Mitgliederversammlung des Verbands am Dienstag in Münster. Die Geschäftsstelle der ISN sitzt im niedersächsischen Damme.
Dierkes bemängelte, viele gesetzliche Vorgaben würden sich je nach Fachrichtung "beißen" und den tiergerechten Umbau von Ställen oft erschweren. Er kritisierte das Kastenstand-Urteil des Magdeburger Oberverwaltungsgerichts, wonach die Sauenhaltung bei den meisten deutschen Ferkel-Erzeugern gegen das Tierschutzrecht verstößt.
Vor erst drei Jahren seien die Sauenhalter in Deutschland überprüft worden, sagte Dierkes. Jetzt seien die Kastenstände, in denen trächtige oder säugende Zuchtsauen eingezwängt sind, laut Gericht zu klein. Das sei nicht nachvollziehbar, meinte der ISN-Vorsitzende.
Der Markt für Schweinefleisch hatte sich in Deutschland im vergangenen Sommer nach einer längeren Flaute wieder stabilisiert. Allerdings geht die positive Preisentwicklung fast ausschließlich auf Exporte nach Asien und dort vor allem nach China zurück.
"Wir konkurrieren international mit den USA", sagte Carsten Schruck, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Schlachtgenossenschaft Westfleisch. Auch Josef Tillmann, Geschäftsführer beim Schlachthof-Marktführer Tönnies, wies darauf hin, dass deutsche Schweinehalter international in Konkurrenz zu Ländern wie den USA und Spanien stünden. Deutsche Betriebe seien "gut aufgestellt", für die globalen Märkte spielten aber auch die Kosten eine Rolle.
Die Vertreter der drei größten Schlachtkonzerne Tönnies, Westfleisch und Vion bekannten sich zu der von Tierschützern kritisierten Initiative Tierwohl. Dort zahlt der Handel Gelder in einen Fonds ein, aus dem Landwirte Aufwendungen für Tierhaltungs-Standards erstattet bekommen, die über die gesetzlichen Mindeststandards hinaus gehen.
Laut dem Statistischen Bundesamt ging die Zahl der Schweinehalter-Betriebe von November 2015 bis November 2016 um 5,0 Prozent auf 24 400 zurück. Die Zahl der Mastschweine nahm hingegen im Jahresverlauf wieder zu. Sie stieg seit dem Mai vergangenen Jahres um 3,7 Prozent auf zuletzt rund 12,2 Millionen Tiere./eks/DP/zb (dpa)
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