Grüne fordern Überarbeitung von EU-Lebensmittel-Kennzeichnung
Die Grünen haben die aus ihrer Sicht "laschen Vorgaben" der EU zur Kennzeichnungspflicht von Lebensmitteln kritisiert. "Der EU-Bezugswert liegt bei Zucker beispielsweise bei 90 Gramm pro Tag, obwohl die Weltgesundheitsorganisation (WHO) nur einen Verzehr von höchstens 50 Gramm pro Tag empfiehlt", sagte die verbraucherpolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion, Nicole Maisch. "Die Bezugswerte für Zucker, Fett und Salz müssen sich an wissenschaftlichen Empfehlungen von Gesundheitsorganisationen wie der WHO orientieren." Die Bundesregierung müsse sich bei der EU für eine Überarbeitung der Verordnung stark machen, forderte Maisch.
Vorverpackte Lebensmittel müssen in der Europäischen Union mit einer einheitlichen Tabelle gekennzeichnet werden, die Nährstoffgehalte bezogen auf 100 Gramm oder 100 Milliliter angibt.
Dies gilt für den Brennwert (Kalorien), Fett, gesättigte Fettsäuren, Kohlenhydrate, Zucker, Eiweiß und Salz. Verbraucherschützer sehen Schwächen der Vorgaben, weil sie beispielsweise nicht für Alkohol gelten. Die Grünen pochen wie auch der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) auf eine Kennzeichnung in den Ampelfarben Rot, Gelb und Grün. Das lehnt Bundesernährungsminister Christian Schmidt (CSU) bisher ab.
Am Mittwoch hatten sechs globale Lebensmittelkonzerne eine eigene Ampel-Kennzeichnung für Essensportionen angekündigt, auch um zum Kampf gegen Übergewicht und Fettleibigkeit beizutragen. Der vzbv und die Grünen sprachen von "Verbrauchertäuschung", da Portionen unterschiedlich groß ausfielen und als Begriff nicht genau definiert seien./bvi/DP/zb (dpa)
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