Die Migros geht neue Wege bei der Milchproduktion
Migros-Genossenschafts-Bund
Mit einem neuen Programm stärkt die Migros die Schweizer Milchproduktion. Das Programm fördert das natürliche Verhalten der Milchkühe und trägt Sorge zur Umwelt. Während zwei Jahren hat die Detailhändlerin gemeinsam mit ihren Milchproduzenten Richtlinien für eine nachhaltigere Milchproduktion erarbeitet. Für ihre Leistungen erhalten die Bauern einen Nachhaltigkeitszuschlag.
Die neu entwickelten Richtlinien unterstützen die Schweizer Milchbauern in einem anspruchsvollen Umfeld: Die Konsumentinnen und Konsumenten kaufen einerseits immer mehr Milchprodukte im Ausland ein, andererseits legen sie immer mehr Wert auf respektvoll produzierte Schweizer Milch. Dies zeigt beispielsweise die wachsende Nachfrage nach Bio-Milch. Die neuen Richtlinien bilden nun die Grundlage, diesen wachsenden Ansprüchen auch bei der konventionellen Milch, und damit bei aller Migros-Milch, gerecht zu werden sowie die Schweizer Milchproduktion insgesamt zu stärken.
Die «Nachhaltige Migros-Milch» garantiert Vorteile für Tier, Mensch und Umwelt. So wird beispielsweise vorausgesetzt, dass mindestens die Hälfte der Futterration für die Milchkühe aus Wiesen- und Weidefutter besteht. Ein hoher Grasanteil wirkt sich nicht nur positiv auf die Gesundheit der Kühe aus, sondern erhöht auch den Gehalt an Omega-3 Fettsäuren in der Milch. Das restliche Futter soll ebenfalls artgerecht und standortangepasst sein, so dass lange Transportwege vermieden werden können. Sofern Soja verwendet wird, muss es zwingend aus verantwortungsbewusster Produktion stammen. Zur Förderung des Tierwohls werden Haltungssysteme vorausgesetzt, die den Tieren Ruhe-, Bewegungs-, und Beschäftigungsmöglichkeiten bieten und so das natürliche Verhalten der Tiere unterstützen. Auch dass beispielsweise jedes Kalb nach der Geburt einen Namen erhält, ist eine Grundanforderung, weil es die Wertschätzung gegenüber den Tieren zum Ausdruck bringt. Ausserdem leistet jeder Milchproduzent seinem Standort entsprechend einen Beitrag zur Förderung der Biodiversität.
Die Migros als starker Partner der Landwirtschaft
Wissenschaftliche Evaluationen haben gezeigt, dass die Betriebe, die nach den Migros-Kriterien Milch produzieren, auch wirtschaftlich besser dastehen. So verursachen Kühe, die gesünder sind, entsprechend länger leben und weniger Kraftfutter fressen, geringere Kosten. Darüber hinaus zahlt die Migros den Milchproduzenten ab 2019 einen Nachhaltigkeitszuschlag. Schon heute zahlt sie den Bauern innerhalb der Branche einer der höchsten Milchpreise. Das Programm gewährt den Milchproduzenten zudem Planungssicherheit, indem Rahmenverträge mit einer Lauffrist von mindestens fünf Jahren abgeschlossen werden. Dies geht klar über das gesetzliche Minimum von einem Jahr hinaus.
Das Programm gliedert sich in Grundanforderungen und freiwillige Module. Mit den Grundanforderungen, die alle Produzenten einhalten müssen, werden die wesentlichen Aspekte einer nachhaltigen Landwirtschaft sichergestellt. Die freiwilligen Module ermöglichen den Betrieben, ihre individuellen Schwerpunkte zu setzen. Die Migros begleitet die Produzenten ausserdem dabei, ihr Engagement weiterzuentwickeln.
Die Kriterien wurden von der Migros gemeinsam mit ihren Milchproduzenten sowie Tierschutz-, Umweltschutz- und Konsumentenorganisationen während zwei Jahren erarbeitet und wissenschaftlich evaluiert. In einem Pilotprojekt wurde deren Umsetzung bei 37 Betrieben geprüft. Charles-Albert Schafroth, Produzent des Migros-Milchverarbeiters ELSA, ist überzeugt vom neuen Programm: «Wir sind uns bewusst, dass sich die Schweizer Milch von der ausländischen für den Konsumenten unterscheiden muss, und dass ihre Vorteile klar kommuniziert werden müssen.» Seit diesem Frühjahr setzen die Milchproduzenten der Migros die neuen Richtlinien Schritt für Schritt um. Die Migros-Milch wird damit noch nachhaltiger.
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