Jetzt geht's los: Volle Spargelstände warten auf Kunden
Wer Lust auf Spargel hat, kann zu Ostern mit einem reichhaltigen Angebot von deutschen Feldern rechnen. "Sehr viele Anbauregionen sind in die Ernte eingestiegen und es sind schon umfangreiche Mengen geerntet worden", sagte Michael Koch vom Marktforschungsunternehmen Agrarmarkt-Information (AMI) in Bonn. In den vergangenen Wochen sei allerdings die Nachfrage teils noch etwas schwach gewesen. Verbraucher und Gastronomie hätten noch nicht erwartet, dass deutscher Spargel in so großer Menge verfügbar ist. Das werde sich nun aber ändern, da Lebensmittelhandel und Anbauer mit Werbe- und Vermarktungsaktionen nun verstärkt auf das Edelgemüse aufmerksam machen würden, prognostizierten die Marktforscher.
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Die ersten Spargelbauern begannen mithilfe von beheizten Feldern bereits Anfang März mit der Spargelernte. Die Mengen dabei waren gering und das Gemüse noch sehr teuer. Der Geschäftsführer der Vereinigung der Spargelbauern in Niedersachsen, Fred Eickhorst, sagte aber, dass sich die Witterung inzwischen so gut entwickelt habe, dass die Betriebe teilweise selber von dem guten Spargelwachstum überrascht waren. "Es war der wärmste März seit Beginn der Wetteraufzeichnungen", sagte Eickhorst.
Zugleich sei auch der Herbst und der Winter klimatisch optimal für die Spargelpflanzen gewesen - es habe eine ausreichende Kältephase für das königliche Gemüse gegeben. "Spargel braucht auch einen Winter, das ruft relativ viele Knospen hervor und Spargelstangen kommen gleichmäßiger und dicker." Es sehe alles danach aus, dass in dieser Saison ein qualitativ hochwertiger und gleichmäßiger Spargel geerntet werde.
Zu den Preisen wollen Experten derzeit noch nicht viel sagen. In der vergangenen Woche sei die Spargelnachfrage so gering gewesen, dass man noch keinen durchschnittlichen Verbraucherpreis bilden könne, sagte Marktforscher Koch. Er wisse aber von einigen Aktionsangeboten im Lebensmittelhandel, wo der Preis zwischen knapp neun und zwölf Euro pro Kilo liege. Auf den Wochenmärkten liege er zwischen zehn und 14 Euro.
Auch ausländischer Spargel, vor allem aus Griechenland, liege noch in den Supermärkten, sagte Koch. Dieser sei preislich günstiger als der deutsche Spargel. Dass die deutschen Spargelanbauer ihre Ernte in den vergangenen Jahren immer weiter nach vorne geschoben hätten, habe den griechischen Spargel Marktanteile gekostet. "Wenn deutsche Ware verfügbar ist, nehmen viele Verbraucher auch deutsche Ware."
Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland nach AMI-Informationen 120 000 Tonnen Spargel geerntet - so viel wie in keinem Jahr zuvor. Ob diese Rekordmarke in diesem Jahr gehalten werde, könne noch keiner sagen, betonte Koch. Das hänge sehr stark vom Wetter ab. "Das Potenzial ist auf jeden Fall vorhanden", sagte Koch. "Die Anbaufläche ist mindestens genauso groß." Die Bundesländer mit der größten Anbaufläche sind Niedersachsen, Brandenburg und Nordrhein-Westfalen, die zusammen 54 Prozent der deutschen Spargelfelder haben./eks/DP/he (dpa)
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