Was kommt 2016 auf Supermarktkunden zu? Handel erwartet «moderate Teuerung» für Lebensmittel 2016
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Die Verbraucher in Deutschland müssen im neuen Jahr nach Branchenangaben mit weiter steigenden Preisen für Lebensmittel rechnen - aber wohl nicht mit großen Preissprüngen. «Wir gehen auch für 2016 von einer sehr moderaten Teuerung aus», sagte ein Sprecher des Bundesverbands des Deutschen Lebensmittelhandels (BVLH) der Deutschen Presse-Agentur. Allerdings könnten Nachfrageschwankungen auf den Weltmärkten und das Wetter in wichtigen Produzentenländern «sowohl zu Ausschlägen nach oben als auch nach unten führen». Die Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) betonte: «Lebensmittel bleiben in Deutschland auf jeden Fall bezahlbar.»
Der Preisauftrieb für Nahrung hatte sich zuletzt beschleunigt. Im November waren Lebensmittel nach Daten des Statistischem Bundesamts 2,3 Prozent teurer als ein Jahr zuvor - die allgemeine Teuerung lag bei 0,4 Prozent. Deutlich teurer wurden im Jahresvergleich vor allem Obst und Gemüse. Molkereiprodukte und Eier waren dagegen günstiger. Deutlichen Einfluss auf das Gesamtbild hatten stark gesunkene Energiepreise. Die Energie herausgerechnet, hätte die Inflationsrate nach Angaben der Statistiker im November bei 1,3 Prozent gelegen.
Handel und Ernährungsindustrie verwiesen darauf, dass die Preise für Lebensmittel zwischen Januar und November 2015 im Schnitt um 0,7 Prozent gestiegen seien. «Das ist eine sehr moderate Teuerung», sagte BVE-Hauptgeschäftsführer Christoph Minhoff. «Ob das auch 2016 so bleibt, wird sich zeigen.» Die vom Weltmarkt abhängenden Preise könnten schwanken, daher sei eine Prognose schwierig. Insgesamt seien die Verbraucher in Deutschland «höchst preissensibel» und gäben weniger für Lebensmittel aus als im EU-Schnitt. Zugleich wüchsen die Anforderungen. «Mehr Qualität bedeutet auch mehr Kosten, dies muss dann auch mit dem bezahlten Preis honoriert werden», sagte Minhoff.
Beide Verbände wiesen Kritik aus der Landwirtschaft zurück, in der Vermarktung von Lebensmitteln seien Margen ausgeweitet worden. Ernährungsindustrie und Handel könnten zu Niedrigpreisen bei den Agrarproduzenten einkaufen, hatte der Bauernverband erklärt. Zugleich habe sich aber der Abstand zwischen diesen Erzeugerpreisen und vielen Ladenpreisen vergrößert. Der Lebensmittelhandel erklärte dagegen: «Das Verhältnis von Preisen zueinander sagt per se noch gar nichts über die möglicherweise damit erzielten Gewinne oder Verluste aus.»
BVE-Hauptgeschäftsführer Minhoff sagte: «In allen Bereichen der Lebensmittelkette finden Effizienzprozesse statt. Alle müssen am Markt bestehen.» Die Ertragslage in der Lebensmittelverarbeitung sei zunehmend angespannt - wegen höherer Produktionskosten, wachsenden Wettbewerbs und des harten Preiskampfes im Handel. (dpa)
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