Startup Finches erhält frisches Kapital für KI im Agrareinkauf
HTGF und Vanagon Ventures führen die Finanzierung an, Bayern Kapital steigt als neuer Investor ein
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Das bayerische Startup Finches GmbH hat eine Pre-Seed-Finanzierung in Höhe von 2 Millionen Euro abgeschlossen.
Gründerinnen von Finches
Finches
Angeführt wird die Runde vom High-Tech Gründerfonds (HTGF) und Co-Lead Vanagon Ventures. Neu dabei ist zudem Bayern Kapital; Bestandsinvestor UnternehmerTUM Funding for Innovators sowie ein Kreis strategischer Business Angels aus der Industrie und Tech-Branche investieren erneut.
Finches macht Sourcing-Risiken dort sichtbar, wo sie beginnen: direkt auf dem Feld. Einkaufsteams erhalten Wochen vor einem Lieferengpass eine belastbare Frühwarnung und konkrete Handlungsalternativen.
Der Bedarf ist groß: Unternehmen, die Rohstoffe aus der Landwirtschaft beziehen, sind wachsender Volatilität durch Klima, Schädlinge und geopolitische Störungen ausgesetzt und suchen aktiv nach genau dieser Art von Frühwarnung.
Das Startup Finches hat eine Pre-Seed-Finanzierungsrunde in Höhe von 2 Millionen Euro abgeschlossen. Angeführt wird die Runde vom High-Tech Gründerfonds (HTGF), als Co-Lead beteiligt sich Vanagon Ventures. Neu eingestiegen ist ebenso Bayern Kapital; UnternehmerTUM Funding for Innovators und weitere Business Angels aus Industrie und Tech investieren im Rahmen eines Follow-ons erneut. Finches führt unternehmensinterne Daten zu Lieferanten, Anbauflächen und Verträgen mit externen Informationsquellen zusammen, von Wetter- und Satellitenanalysen über lokale Nachrichten bis hin zu wissenschaftlichen Erkenntnissen und den Berichten eigener Agronom:innen vor Ort. Auf dieser Basis generiert die Plattform präzise Frühwarnungen. Sie identifiziert betroffene Regionen und Lieferketten und gibt dem Einkauf direkte Handlungsempfehlungen an die Hand. So sichern Einkaufsteams Menge, Qualität und Wirtschaftlichkeit ihrer Rohstoffe proaktiv ab, lange bevor Ernteausfälle oder Qualitätsprobleme die Produktion gefährden.
Während die globale Landwirtschaft über Jahrtausende auf stabilen und verlässlichen klimatischen Zyklen basierte, haben der rasante Klimawandel, Extremwetter und geopolitische Krisen diese fundamentale Planbarkeit heute faktisch zerstört. Unternehmen, die Rohstoffe aus der Landwirtschaft beziehen, sehen sich einer Volatilität ausgesetzt, für die klassische Lieferketten- Prozesse nicht gebaut sind. Engpässe entstehen im Feld, bereits Monate bevor der Rohstoff das Werkstor erreicht. Heute werden sie aber meist erst sichtbar, wenn es zu spät ist. Genau hier setzt Finches an: Die Plattform bündelt Feldbeobachtungen zu einer einheitlichen Datenbasis über Anbauregionen und Lieferantennetzwerke hinweg. Diese verknüpft sie mit externen Signalen wie Wetter-, Schädlings-, Satelliten-, Marktdaten sowie hyperlokale Nachrichten. Daraus entstehen belastbare Frühwarnungen für Unternehmen und deren Einkaufsteams mit zusätzlicher Vorlaufzeit. Finches Intelligence ist seit September 2026 live. Zu den ersten Kunden und Partnern zählen ein führender Hersteller von Bio-Babynahrung und ein nordamerikanischer Fortune-500-Lebensmittelkonzern.
Mit dem Kapital bauen die Gründerinnen Produkt und Vertrieb aus. Catharina van Delden (CEO) hat mit innosabi bereits ein Softwareunternehmen zum europäischen Marktführer für Innovationsmanagement aufgebaut und 2021 an Questel verkauft. Dr. Stefanie Glenn (CTO) hat in Cambridge in Genetik promoviert und war danach unter anderem bei Google und BMW in Engineering- und Führungsrollen im Bereich Enterprise-KI tätig. Alexandra Vázquez Bea (CFO/COO) kommt aus der Lebensmittelindustrie: Sie war CFO/COO bei Oetker Digital und hat den Börsengang der Veganz Group AG verantwortet.
Catharina van Delden, CEO & Mitgründerin, Finches:
„Der Dürresommer 2026 hat gezeigt, dass sich Europas Lebensmittelhersteller nicht mehr darauf verlassen können, ihre Rohstoffe jedes Jahr in der Menge > und Qualität zu bekommen, die sie brauchen. Damit wird der Rohstoffeinkauf zu einer Frage der Versorgungssicherheit. Die Warnsignale gibt es meist Wochen vorher, aber sie erreichen den Einkauf zu spät. Mit der Finanzierung > bringen wir Finches zu mehr Unternehmen, damit sie rechtzeitig andere Herkünfte sichern, früher einkaufen oder ihre Produktion umplanen können.“
Dr. Stefanie Glenn, CTO & Mitgründerin, Finches:
„Die Einflussfaktoren auf die Landwirtschaft bilden ein hochkomplexes Gefüge. Das Problem: Die relevanten Daten lagen bislang nur fragmentiert vor. Finches führt diese isolierten Datenströme zusammen. Wir verbinden lokale Felddaten in Echtzeit mit geopolitischen Entwicklungen, Marktanalysen, globalen Klimamodellen und internen Unternehmensdaten wie Laborberichten. Damit übersetzen wir unübersichtliche Einflussfaktoren in klare Handlungsoptionen und machen die Komplexität der Lieferkette beherrschbar.”
Alexandra Vázquez Bea, CFO/COO & Mitgründerin, Finches:
„Die Zeiten vorhersehbarer Erträge und Kosten in der Lebensmittelindustrie sind lange vorbei. Wenn Unternehmen auf Engpässe in der Rohstoffbeschaffung erst reagieren, wenn die Lieferung ausfällt, schlägt dies sofort massiv auf das Ergebnis durch. Mit Finches drehen wir dieses Prinzip um: Wir übersetzen Klima-, Schädlings- und Risikosignale in konkrete Entscheidungen, lange bevor die Ware am Werkstor fehlt. Damit helfen wir, operative Resilienz zu sichern, die in unserer volatilen Welt eine harte finanzielle Notwendigkeit geworden ist.”
Anna Stetter, Investment Managerin, HTGF:
„Finches adressiert eine zentrale Herausforderung unserer Zeit: resiliente globale Agrarlieferketten in einem Umfeld, das von Klimawandel und geopolitischen Veränderungen geprägt ist. Besonders beeindruckt hat uns, wie tief das Gründerinnenteam die Herausforderungen der Branche verstanden hat und wie schnell es daraus eine technologisch überzeugende Lösung entwickelt.”
Susanne Fromm, General Partner, Vanagon Ventures:
„Finches adressiert ein riesiges Problem, das trotz seiner Tragweite meist noch unter der Oberfläche schwelt. Die Lebensmittelbranche sieht die Planbarkeit in der Lieferkette schwinden, hatte aber bisher keine Antwort darauf. Dabei sind die Signale für einen Engpass oft Monate vorher da, nur liegen sie verstreut über Wetterdaten, Feldberichte, Laborwerte und Marktdaten. Finches führt sie zusammen und verschafft Einkaufsteams damit wertvolle Zeit, in der sie noch handeln können.”
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