Dubioses Rindfleisch aus Brasilien: Großhandel unterwandert Boykott in Österreich
Wie Großhändler sich ihrer Verantwortung entziehen, während Einzelhändler inzwischen flächendeckend den Verkauf boykottieren
Immer mehr Lebensmittel-Händler in Europa boykottieren den Verkauf von Rindfleisch aus Brasilien, darunter die milliardenschweren Ketten Sainsburys, Carrefour, Lidl oder Albert Heijn. Sie folgen den Empfehlungen von Experten, die wegen intransparenter Lieferketten der größten Fleischproduzenten zum Verzicht aufrufen. Die Liste der Anschuldigungen reicht von illegaler Regenwaldrodung & Landraub, über Vertreibung indigener Völker bis zu Sklavenarbeit und der Ermordung wehrhafter Bauern.
Photo by James Kern on Unsplash
Eine oekoreich-Anfrage zeigt, dass auch in Österreich die großen Lebensmittel-Einzelhändler sich dem Boykott anschließen und keinerlei Rindfleisch aus Brasilien mehr im Sortiment haben. SPAR, REWE, HOFER und LIDL haben mitgeteilt, dass weder Frischfleisch noch verarbeitete Produkte im Sortiment geführt werden würden. Der Marktführer SPAR weist hierzu etwa explizit auf seine ablehnende Haltung zum Mercosur-Abkommens hin.
Zwei Großhändler setzen weiterhin auf Rindfleisch aus Brasilien
Anders dürfte es im Großhandel aussehen. Die beiden großen Anbieter KRÖSWANG und TRANSGOURMET, die einen großen Anteil der Gastronomie- und Hotellerie-Betriebe, sowie betriebliche Kantinen und öffentliche Küchen beliefern, setzen weiterhin auf brasilianisches Rindfleisch. Während KRÖSWANG sich einer Stellungnahme entzog, gab TRANSGOURMET offen Einblick in seine Motivation.
Wie Recherchen zeigen, werfen aber selbst die hehren Vorsätze des Transgourmet-Konzerns, nur „geprüftes“ Rindfleisch aus Brasilien verkaufen zu wollen, im Realitätscheck große Fragen auf. Denn just in den Regionen, die auf einer Landkarte als „sicher“ dargestellt werden, sind schwere Vorwürfe gegenüber Agrarkonzernen dokumentiert, bis hin zur gezielten Ermordung von Bauern.
„Diese Recherche zeigt, dass Intransparenz unweigerlich zu Missbrauch führt. Solange es keine Herkunftskennzeichnung in der Gastronomie gibt, solange wird mit Konsumenten auch Schindluder getrieben und ihnen Fleisch aufgetischt, das bei uns nichts zu suchen hat. Die vielzitierten freiwilligen Programme der internationalen Fleischproduzenten sind nichts wert und der Großhandel unterwandert den Boykott - daher braucht es ein Lieferkettengesetz. Die Politik muss endlich auf die Missstände reagieren“ so Sebastian Bohrn Mena, Sprecher der Bürgerinitiative oekoreich.
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