Verbändeallianz fordert EU-Parlament auf, Soja-Risikoeinstufung der Kommission zu stoppen
Der ITRE-Ausschuss empfiehlt bereits, die geplante High-iLUC-Einstufung abzulehnen. Jetzt liegt der Ball beim Plenum.
Führende Verbände der Agrar- und Lebensmittelwirtschaft begrüßen den Beschluss des ITRE-Ausschusses (Industrie, Forschung und Energie) des Europäischen Parlaments. Die Abgeordneten haben sich mehrheitlich für einen Antrag der Fraktionen EVP, EKR und Renew ausgesprochen und damit dem Parlament empfohlen, die von der EU-Kommission geplante pauschale "High-iLUC"-Einstufung von Soja zu stoppen.
"Der ITRE-Ausschuss hat erkannt, dass das Vorhaben der EU-Kommission eine akute Gefahr für den Proteinplan und für die Versorgungssicherheit Europas darstellt", stellt der UFOP-Vorsitzende Torsten Krawczyk fest. Die Branche warnt die Kommission seit Monaten davor, die weitreichenden Kollateralschäden eines faktischen Ausschlusses von Sojaöl als Rohstoff für die Biokraftstoffherstellung und -anrechnung kleinzureden.
Die Folge wäre eine weitreichende Negativspirale: Die Resilienz der europäischen Versorgungssicherung wie auch die Auswahl nachhaltiger Biokraftstoffe wären erheblich beeinträchtigt; besonders die EU-Ziele für eine verbesserte heimische Proteinversorgung würden konterkariert. Zugleich droht der Kommissionsentwurf, die strategischen Optionen Europas zur Defossilisierung der Kraftstoffe unnötig zu beschränken und die Klimaziele im Verkehrssektor zu untergraben. Vorreiter-Unternehmen, die massiv in nachweislich entwaldungsfreie Lieferketten investiert haben, befürchten, dass ihre Leistungen abgestraft werden.
Nach dem Etappensieg im zuständigen Ausschuss richtet die Verbändeallianz ihren Blick nun auf das Plenum des Europäischen Parlaments: "Wir appellieren an alle Mitglieder des EU-Parlaments, Einspruch gegen das Vorhaben der Kommission einzulegen. Das Vorhaben muss mit Blick auf seine weitreichenden Auswirkungen grundlegend neu bewertet werden", so der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Joachim Rukwied.
Jaana Kleinschmit von Lengefeld, Präsidentin von OVID, fordert: "Europa braucht eine Energie- und Klimapolitik, die tatsächliche Entwaldungsrisiken auf Basis aktueller wissenschaftlicher Daten bekämpft, ohne dabei nachhaltige Biokraftstoffe, die heimische Proteinversorgung und die industrielle Wertschöpfung zu schwächen."
Über die Verbändeallianz:
In der Allianz organisieren sich führende Verbände der Agrar- und Lebensmittelindustrie:
- Bundesverband Bioenergie e. V. (BBE)
- Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen e. V. (BGA)
- Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie e. V. (BVE)
- DER AGRARHANDEL - Bundesverband Agrarhandel und Verein der Getreidehändler der Hamburger Börse e. V. (DAH)
- Deutscher Bauernverband e. V. (DBV)
- Deutscher Raiffeisenverband e. V. (DRV)
- Deutscher Sojaförderring e. V.
- Deutscher Verband des Großhandels mit Ölen, Fetten und Ölrohstoffen e. V. (GROFOR)
- Donau Soja Verein OVID
- Verband der ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland e. V.
- Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e. V. (UFOP)
- Verband der Deutschen Biokraftstoffindustrie e. V. (VDB)
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