Nachfolgefrage bei Oetker weiter unbeantwortet
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Die Nachfolge-Frage an der Spitze des Familienkonzerns Oetker bleibt offen. Bei der Vorstellung der Bilanz 2015 verwies Finanzchef Albert Christmann auf den Beirat. "Hier gibt es einen Zeitplan, mehr kann ich Ihnen auch nicht sagen. Die Entscheidung wird bestimmt nicht erst am 31. Dezember 2016 fallen", sagte Christmann am Dienstag in Bielefeld. Eigentlich sollte Konzernchef und Familienmitglied Richard Oetker die Geschäftszahlen präsentieren. Der Spitzenmanager war am Morgen beim Verlassen seines Hauses gestürzt und konnte deshalb nicht kommen. Nach sechs Jahren endet mit dem Kalenderjahr 2016 die Amtszeit des 65-Jährigen.
Beim Umsatz legte die Gruppe, zu der Frachtschiffe, Lebensmittel, Bier, Sekt, Hotels und eine Chemie-Tochter zählen, 2015 um 11,8 Prozent auf 12,2 Milliarden Euro zu. "Ohne positive Währungseffekte und Zukäufe wäre diese Kennzahl allerdings auf Vorjahresniveau geblieben", sagte Christmann, der für Richard Oetker die Bilanz präsentierte. Zum Gewinn äußert sich Oetker generell nicht.
Besonders zufrieden zeigte sich Christmann mit der Integration der Konditorei Coppenrath & Wiese und neuen Tochterfirmen in Australien und Mexiko. Sorgen bereiten Dr. Oetker das Geschäft in den Schwellenländern. "In Südamerika und Russland haben wir negatives Wachstum. Aber auch bei uns in Deutschland schwächt sich der private Konsum ab", sagte der Finanzchef. Für das laufende Jahr rechne der Konzern mit einem konstanten Umsatz.
2014 hatte das Bundeskartellamt einigen Bierbrauern in Deutschland wegen Preisabsprachen hohe Strafen aufgebrummt. Mit der Radeberger-Gruppe war auch ein Oetker-Unternehmen betroffen. Das fühlte sich allerdings zu Unrecht an den Pranger gestellt und wollte klagen. Nach Aussage von Christmann gibt es zu diesem Streit aber keinen neuen Sachstand.
Zu den Kooperationsgesprächen zwischen der Sektkellerei Henkell und dem spanischen Weinerzeuger Freixenet äußerte sich der Finanzchef zurückhaltend. "Wir stehen hier keineswegs kurz vor dem Ziel", sagte Christmann und dementierte damit spanische Medien-Berichte./lic/DP/stb (dpa)
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