Nach Verkauf: Gin-Destillerie 'Monkey 47' will keine Absatzsprünge
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Trotz des Einstiegs des französischen Großkonzerns Pernod Ricard beim Ginhersteller Monkey 47 erwartet das Schwarzwälder Unternehmen keinen Absatzboom.
Die Vetriebskanäle hätten sich dank der Zugehörigkeit zum zweitgrößten Spirituosen-Konzern der Welt zwar deutlich erhöht, "aber wenn wir überhaupt wachsen, dann nur organisch und vorsichtig", sagte Firmenchef Alexander Stein der Deutschen Presse-Agentur. Die 2009 gegründete Firma in Loßburg heißt Black Forest Distillers, Anfang des Jahres verkaufte Stein die Mehrheit seiner Firma an Pernod Ricard. Er bleibt aber Firmenchef und hält einen Minderheitsanteil.
Nach seiner Aussage ist ihm vertraglich zugesichert, dass die Gin-Produktion in seinen Händen bleibt und auch nicht verlagert werden kann. Die Firma hat ein rasantes Wachstum hinter sich, von
2010 bis 2012 schnellte der Absatz von 10 000 auf 150 000 verkaufte Flaschen hoch. Seither ging es weiter steil nach oben, Absatzzahlen publiziert die Destillerie aber nicht mehr. Aus dem Jahr 2014 ist bekannt, dass sich der Bilanzgewinn auf 2,9 Millionen Euro erhöht und damit etwa verdreifacht hat.
Stein begründet den Verkauf damit, dass seine 10-Mann-Firma bei der Organisation des Vertriebs in gut 60 Ländern an ihre personellen Grenzen gestoßen sei. "Das wurde zuviel, durch den Teilverkauf haben wir nun wieder Freiräume", sagte Stein. Der Vertrieb werde komplett von Pernod Ricard übernommen, dadurch könnte die Präsenz von Monkey 47 auf 85 Staaten wachsen - Länder wie Argentinien und Chile könnten hinzukommen. Zudem habe sich das Verkaufspotenzial des Gins durch die weitreichenden Vertriebsnetze der Franzosen deutlich erhöht.
Hatte man bisher in China nur einen Vertriebsmann als Partner, so seien es künftig 800. "Natürlich verkaufen die Mitarbeiter alle anderen Produkte von Pernod Ricard, aber dennoch dürften die Personalressourcen für uns deutlich steigen."
In den vergangenen Jahren hat der Wacholder-Schnaps Gin einen Boom erlebt in Deutschland. Zahlreiche Destillerien versuchen sich am Markt, zum Beispiel das Kölner Unternehmen Sünner, die Münchner The-Duke-Destillerie oder Applaus Stuttgart Dry Gin. Der Monkey-47-Chef Stein übt sich angesichts der wachsenden Konkurrenz aber in Gelassenheit: "Da versuchen viele neue Wettbewerber, auf einen fahrenden Zug aufzuspringen - das wird nicht vielen gelingen."/wdw/DP/zb (dpa)
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