Nordsee-Fangquoten: Mehr Seelachs, weniger Schellfisch
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Deutsche Fischer dürfen im kommenden Jahr deutlich mehr Seelachs aus der Nordsee holen als noch 2016. Nach einer Entscheidung der EU-Fischereiminister am frühen Mittwochmorgen in Brüssel steigt die dort erlaubte Seelachs-Fangmenge 2017 um 53 Prozent. Beim Schellfisch gibt es jedoch deutliche Beschränkungen.
Beim Kabeljau und der Makrele gehen die Fangmengen 2017 ebenfalls nach oben. So dürfen Fischer 17 Prozent mehr Kabeljau und 14 Prozent mehr Makrele fangen als im laufenden Jahr. Die Quote für den Hering sank dagegen leicht. Mit gut 51 000 Tonnen darf er allerdings immer noch am meisten befischt werden.
Jedes Jahr legen die zuständigen EU-Minister die sogenannten zulässigen Gesamtfangmengen fest. Zuvor gibt die Brüsseler EU-Kommission Empfehlungen auf Grundlage wissenschaftlicher Gremien, die den Zustand der einzelnen Bestände untersucht haben. Die Quoten für die Nordsee waren nach einer jüngst vorangegangenen Einigung mit Norwegen über gemeinsam befischte Gebiete weitgehend unstrittig.
Nordsee-Schellfisch darf demnach im kommenden Jahr deutlich weniger in den Netzen landen. Die erlaubte Fangmenge sank um 45 Prozent. Bei der Scholle blieb sie im Vergleich zum laufenden Jahr unverändert.
Bundesernährungsminister Christian Schmidt (CSU) zeigte sich zufrieden mit den Verhandlungsergebnissen. "Die Fischereiminister haben mit ihren Beschlüssen die Weichen für ein erfolgreiches Fischereijahr 2017 gestellt", sagte er. "Besonders erfreulich ist, dass der Nordseekabeljau - lange Zeit Symbolfisch für die Überfischung der Meere - sich deutlich erholt hat."
Mit den Gesamtfangmengen wird bestimmt, wie viel Fisch von einem bestimmten Bestand in einem jeweiligen Jahr aus dem Meer gezogen werden darf. Unter den EU-Staaten werden die Gesamtfangmengen dann in Form nationaler Quoten verteilt. Wenn das in einer Quote erlaubte Kontingent ausgeschöpft wurde, muss das jeweilige Land seinen Fischfang dort vorübergehend einstellen.
Die Fangmengen vor allem im Atlantik sind oft umkämpft, vor allem große Fischereinationen wie Spanien oder Frankreich verhandeln hart. Für Deutschland sind hingegen vor allem die Nordsee-Quoten wichtig. Über die Ostsee-Quoten hatte sich die EU bereits im Oktober verständigt./the/asa/DP/zb (dpa)
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