Ein Foto genügt: Masterstudent gewinnt Deutschen Verpackungspreis

Foto soll zeigen, wie klimafreundlich eine Lebensmittelverpackung ist: Antrag auf ein EXIST-Gründungsstipendium

21.08.2026

Masterstudent der Hochschule Neubrandenburg gewinnt Deutschen Verpackungspreis 2026 in der Kategorie „Nachwuchs“ – EcoTrace verbindet künstliche Intelligenz mit wissenschaftlicher Ökobilanzierung.

Martin Fröse, Hochschule Neubrandenburg

Eine Idee revolutioniert die Branche: Lennart Standtke scannt, schnell und unkompliziert, mit seinem Smartphone Lebensmittelverpackungen aller Art. EcoTrace liefert ihm die ökologische Bewertung der Produkte und ihrer Verpackungen in wenigen Sekunden.

Wie klimafreundlich ist eine Lebensmittelverpackung? Eine Antwort darauf könnte künftig ein einziges Foto liefern. Lennart Standtke, Masterstudent an der Hochschule Neubrandenburg, hat mit seiner Masterarbeit und dem daraus entstandenen Projekt EcoTrace den Deutschen Verpackungspreis 2026 in der Kategorie „Nachwuchs“ gewonnen.

Die Auszeichnung folgt auf einen weiteren Erfolg: Bereits beim hochschulweiten Ideenwettbewerb „Inspired 2026“ belegte Standtke den ersten Platz. Mit EcoTrace entwickelt er eine digitale Anwendung, die den ökologischen Fußabdruck von Lebensmittelverpackungen schnell und möglichst unkompliziert ermitteln soll.

Vom Foto zur Ökobilanz

Für die ökologische Bewertung von Verpackungen sind bislang häufig umfangreiche Datenerhebungen und Analysen erforderlich. Insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen können solche Verfahren mit erheblichem zeitlichem und finanziellem Aufwand verbunden sein.

Hier setzt EcoTrace an: Ein Foto der Verpackung reicht aus. Eine Künstliche Intelligenz erkennt daraus relevante Informationen wie Zutaten, Mengenangaben und Verpackungsmaterialien. Anschließend wird der ökologische Fußabdruck nicht durch die KI selbst geschätzt, sondern anhand eines festgelegten Berechnungsverfahrens ermittelt.

„Unsere Idee ist, die ökologische Bewertung von Verpackungen deutlich einfacher und schneller zugänglich zu machen“, erklärt Lennart Standtke. „Unternehmen sollen frühzeitig erkennen können, wo Verbesserungspotenzial bei ihren Verpackungen besteht, ohne für jede erste Einschätzung einen aufwendigen Prozess durchlaufen zu müssen.“

Die Jury des Deutschen Verpackungspreises sieht in der Entwicklung das Potenzial, die ökologische Bewertung von Lebensmittelverpackungen zu verändern. Der Deutsche Verpackungspreis zählt zu den bedeutenden Auszeichnungen der Verpackungsbranche. Mit dem Gewinn in der Kategorie „Nachwuchs“ qualifiziert sich Standtkes Entwicklung zudem für die Teilnahme am internationalen WorldStar Packaging Award.

Von der Masterarbeit zur Gründung

Für Lennart Standtke soll der Preis nicht das Ende des Projekts sein. EcoTrace soll zu einem Unternehmen weiterentwickelt werden. Dafür wird derzeit ein Antrag auf ein EXIST-Gründungsstipendium vorbereitet.

Unterstützung erhält der Student dabei unter anderem von Tobias Weber, Geschäftsführer der Weber Food Technology. Er hat EcoTrace bereits in seinem beruflichen Netzwerk bekannt gemacht. Erste mittelständische Lebensmittelhersteller testen die Anwendung bereits.

Damit könnte aus einer Masterarbeit ein Geschäftsmodell entstehen, das Unternehmen künftig dabei unterstützt, die Umweltauswirkungen ihrer Verpackungen schneller zu bewerten und Ansatzpunkte für Verbesserungen zu identifizieren.

„Dass aus der Masterarbeit jetzt eine konkrete Gründungsperspektive entsteht, freut uns besonders“, sagt Volker Scheuerle, Professor im Studiengang Food Chain Environment der Hochschule Neubrandenburg. „Das Beispiel EcoTrace zeigt, welches Potenzial entsteht, wenn wissenschaftliche Arbeit, Unternehmergeist und konkrete Herausforderungen der Lebensmittelwirtschaft zusammenkommen.“

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