Regen macht Hessens Bauern glücklich - Getreide wächst prächtig
Der viele Regen der vergangenen Wochen ist ein Segen für Getreide, Raps und Mais. "Alles sattgrün und bestens mit Wasser versorgt", sagte Bernd Weber vom hessischen Bauernverband.
Das Getreide wachse prächtig, auch der Raps stehe gut da. Die jungen Maispflanzen seien im Wachstum etwas zurück, aber sie holten jetzt auf. Nur lokal habe es Schäden durch Hagel gegeben, stellenweise habe Starkregen Getreidepflanzen flach gelegt.
Der Regen kam für die Felder gerade recht: In der Wachstumsphase brauchten die Pflanzen vor allem Wasser, sagte Weber. "Jetzt stehen die Pflanzen voll im Saft." Das Getreide sei in der "Kornfüllungsphase" und eine gute Wasserversorgung die beste Bedingung für große Körner. Das wissen die Landwirte schon seit Jahrhunderten - eine Bauernregel lautet: "Mai kühl und nass füllt dem Bauern Scheun' und Fass."
Getreide ist nach Angaben des Bauernverbandes mit einer Anbaufläche von rund 300 000 Hektar in Hessen die wichtigste Feldfrucht. Die Hälfte der Getreidefläche nehme Weizen ein. Auf 60 000 Hektar wird Raps angebaut, der sich ebenfalls ideal entwickelt.
Ob die Ernte so gut ausfällt wie die Pflanzen aktuell aussehen, hängt entscheidend vom Wetter ab. "Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben - noch haben wir nichts in der Scheune", sagte Weber.
In den nächsten Wochen wünschen sich die Bauern einen Mix aus Niederschlag, Sonne und Wärme, damit die Körner gut reifen. Zur Ernte, die Ende Juni in Südhessen beginnt, ist Regen unerwünscht, damit alles trocken von den Feldern geholt werden kann.
Auf den Spargel- und Erdbeerfeldern läuft derzeit die Ernte, und dort sieht es gar nicht gut aus. Die Feuchtigkeit schadet. "Die Erdbeerernte ist eine einzige Katastrophe", sagte Landwirt Rolf Meinhardt. "Die Erdbeeren sind ruckzuck verfault." Auch beim Spargel, sei die Lage nicht viel besser. Die Felder seien so matschig, dass die Erntehelfer "nur noch mit kurzen Hosen und barfuß statt mit Gummistiefeln" zur Arbeit gehen. Die derzeitigen Ausfälle schätzt Meinhardt auf über 50 Prozent bei der Erdbeere und gut ein Drittel beim Spargel./rae/DP/mne (dpa)
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