Nestle: Ethical Coffee verklagt Nespresso in den USA
Dem Lebensmittelriesen Nestle droht weiterhin Ungemach wegen seines Kaffeekapselsystems Nespresso. Die Ethical Coffee Company (ECC) hat den Konzern in den USA auf Schadenersatz verklagt. Wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte, wurde die Klage bereits am 1. Februar beim US-Bezirksgericht Delaware eingereicht. Die Klage gründet sich laut ECC auf zuvor eingereichte Klagen, denen zufolge die Nestle-Tochter Nespresso von einer "unfairen Monopolstellung" auf dem Markt für Kaffeekapseln profitiert habe und Käufer einer Nespresso-Maschine an "teure und umweltschädliche" Nespresso-Kapseln binde.
Den Schaden, der ECC damit entstanden sein soll, beziffert der Anwalt des Unternehmens auf "mehrere hundert Millionen Dollar". Die Ethical Coffee Company, die vom früheren Nespresso-Chef Jean-Paul Gaillard gegründet worden ist, hat bereits zuvor ähnliche Klagen in der Schweiz und in Frankreich eingereicht.
In Frankreich hatte 2014 das Pariser Handelsgericht Nestle zur Zahlung von 500 000 Euro Schadenersatz an ECC verurteilt. In der Schweiz hat sich Ethical Coffee nach Niederlagen am Bundespatent- und dem Bundesgericht schließlich kürzlich vor dem Europäischen Patentamt (EPA) durchgesetzt.
Dabei ging es um ein Patent, das ECC hält und mit dem das Walliser Unternehmen verhindern kann, dass Nestlé und andere Hersteller Kaffeemaschinen ausschließlich für Nespresso-Kapseln bauen.
Die in den USA eingereichte Klage richtet sich laut ECC gegen die Strategie von Nespresso gegen Konkurrenten. So soll die Nestle-Tochter wiederholt technische Änderungen an den Kaffeemaschinen vorgenommen haben, um ECC und andere aus dem Markt zu drängen. Zudem habe Nespresso mit irreführenden Vergleichen zur Umweltfreundlichkeit der verschiedenen Kapseln das Wettbewerbsrecht verletzt. /mk/AWP/she (dpa)
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