Ölmühlen stehen weiter hinter brasilianischem Soja-Moratorium
Das Soja-Moratorium gerät zunehmend unter Druck. Brasilianische Landwirte und Regierungsvertreter torpedieren es. Die Ölmühlen-Industrie wehrt sich dagegen.
Symbolbild
jcesar2015/ Pixabay
Seit einigen Wochen steigt der Druck brasilianischer Soja-Erzeuger auf sojaverarbeitende Unternehmen der Pflanzenöl-Industrie, dass 2006 zum Schutz des Amazonas beschlossene Soja-Moratorium aufzuweichen. Dagegen wehrt sich sich die Ölmühlen-Industrie und wirbt für die nachweisbaren Erfolge der wirtschaftseigenen Nachhaltigkeitsinitiativen.
"Die Soja-Händler und Verarbeiter in Brasilien und Deutschland stehen weiterhin uneingeschränkt hinter dem Amazonas Soja-Moratorium", so André Nassar, Präsident des Verbandes der brasilianischen Pflanzenöl-Industrie (ABIOVE). "Dieses Abkommen ist das effektivste Instrument gegen die Entwaldung im Amazonasbecken. Nach dessen Einführung ging die Abholzung spürbar zurück. Hilfreich wäre aber etwas mehr politische Unterstützung aus den Importländern, insbesondere für unsere bereits existierenden nachhaltigen Lieferketten. Sie anzuerkennen, wäre ein bedeutendes Signal."
Unterstützung erhält Nassar durch die deutsche Ölmühlen-Industrie. OVID-Präsidentin Jaana Kleinschmit von Lengefeld verdeutlicht: "Die Bedeutung nachhaltig erzeugter Lebensmittel hat in Deutschland und Europa nicht zuletzt durch die Diskussionen um den fortschreitenden Klimawandel enorm zugenommen. Diesem gesellschaftlichen Anspruch entsprechen die im OVID organisierten Mitgliedsunternehmen bereits heute mit der Umsetzung anspruchsvoller Standards. Letztlich müssen diese jedoch in der Lieferkette bis hin zum Verbraucher auch nachgefragt und wertgeschätzt werden."
Das Soja-Moratorium wurde von Nichtregierungsorganisationen, Politik und führenden Soja-Händlern in Brasilien beschlossen, um der Umwandlung sensibler Tropenwälder im Amazonas Einhalt zu gebieten. Es untersagt den Handel, die Finanzierung und den Erwerb von Soja, das von Regenwaldflächen stammt, die nach Juli 2008 gerodet wurden. Das Moratorium wurde nach 2006 immer wieder verlängert und gilt seit 2016 dauerhaft.
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