PIWI-Weine – Genuss mit Zukunft
Anbau von PIWIs: Weniger Pflanzenschutzmittel, weniger CO2, weniger Arbeitszeit
Wer Weine aus pilzwiderstandsfähigen Rebsorten, kurz PIWIs, trinkt, trägt zum ökologischen Wandel im Weinberg bei. Vergleichstests des im BÖLN finanzierten Projekts VITIFIT haben ergeben, dass Muscaris, Helios, Fidelio, Cabertin und Co. auch geschmacklich mit den klassischen Rebsorten mithalten können.
JillWellington / Pixabay
PIWI-Weine gibt es inzwischen in fast allen Geschmacksrichtungen. Beispielsweise mundet Muscaris wie Muskateller. Cabernet Blanc und Sauvignac können dem Sauvignon Blanc täuschend ähnlich sein. Wer Burgunderweine sucht, findet Helios ebenbürtig mit Weißburgunder und Souvignier Gris vergleichbar mit Grauburgunder. Liebhaber von Riesling-Weinen sollten Fidelio oder Calardis Blanc probieren. Cabernet Cortis und Cabertin entsprechen dem Cabernet-Typ, während die Sorte Satin Noir eher dem Pinot Noir ähnelt. Interessierte erkennen PIWI-Weine im Supermarkt an der Angabe der Rebsorte.
Vergleichstests: PIWI-Weine schmeckten auch den Profis
80 Weinexpertinnen und -experten verkosteten im Projekt VITIFIT die am Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum Rheinpfalz (DLR) in verschiedenen Stilrichtungen ausgebauten Weine, ohne die Rebsorten zu kennen. Sie verglichen Weine aus sieben repräsentativen PIWI-Sorten mit aus dem gleichen Weinberg stammenden Weinen der traditionellen Rebsorten Riesling, Muskateller, Sauvignon Blanc oder Merlot. Das Ergebnis: Bei den Weiß- und Rosé-Weinen schnitten die PIWI-Weine gleich oder besser ab. Bei den Rotweinen bewerteten die Fachleute die PIWI-Weine mit einer Ausnahme als gleich gut.
Anbau von PIWIs: Weniger Pflanzenschutzmittel, weniger CO2, weniger Arbeitszeit
Unsere klassischen Rebsorten sind anfällig für Pilzkrankheiten. Gerade im vergangenen, sehr nassen Jahr machten Falscher Mehltau und Grauschimmel den heimischen Trauben schwer zu schaffen. Helfen könnte der Anbau pilzwiderstandsfähiger Rebsorten (PIWIs). Derzeit werden PIWI-Rebsorten auf weniger als drei Prozent der Weinanbaufläche angebaut.
PIWI-Rebsorten benötigen je nach Jahrgang nur etwa ein Drittel der Pflanzenschutzmaßnahmen, die herkömmliche Sorten erfordern. Dies gilt sowohl für den konventionellen Weinbau als auch für die ökologische Traubenproduktion. Das spart nicht nur Pflanzenschutzmittel wie Kupfer, sondern auch CO2 und Arbeitszeit. Denn die Winzerinnen und Winzer müssen seltener mit dem Traktor durch den Weinberg fahren, verbrauchen also weniger Kraftstoff. Das schont gleichzeitig die Böden. Flora und Fauna können sich im Weinberg ungestörter entfalten.
Die Bilanz: Nachhaltiger Weinbau, der schmeckt
„Weine aus PIWI-Rebsorten sind häufig etwas ausdrucksstärker und eigenwilliger, aber in ihrem Qualitätspotenzial auf Augenhöhe mit den Standardrebsorten“, bilanziert Professor Ulrich Fischer, Leiter des Instituts für Weinbau und Oenologie am DLR. Insofern seien sie nicht nur für neugierige Verbraucherinnen und Verbraucher ein spannendes Angebot, sondern auch für alle, die mit ihrem Kauf- und Genussverhalten einen Beitrag zu einem nachhaltigen Weinbau leisten möchten.
Und noch eine gute Nachricht: Wer diesen neuen Trend unterstützen möchte, brauche gar nicht mal tiefer in die Tasche zu greifen. PIWI-Weine kosten selten mehr als vergleichbare Weine aus klassischen Rebsorten.
Hintergrundinformation
Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) fördert im Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN) das Verbundvorhaben „VITIFIT – Gesunde Reben (Vitis vinifera) im Ökoweinbau durch Forschung, Innovation und Transfer“. Die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) betreut die Forschungen als Projektträger.
Bei dem bisher größten Praxisforschungsprojekt im Ökoweinbau kooperieren nahezu alle führenden Einrichtungen der deutschen Weinbauforschung mit Öko-Anbauverbänden und Praxispartnern. Ziel ist es, kupferhaltige Pflanzenschutzmittel zur Bekämpfung des Falschen Mehltaus (Rebenperonospora) im Ökoweinbau zu minimieren und langfristig zu ersetzen. Mit der Züchtung pilzwiderstandsfähiger Rebsorten (PIWIs), verbesserten Anbau- und Kulturbedingungen sowie einer Kombination aus reduzierten Kupfermengen und Naturstoffen, suchen Praxis und Forschung gemeinsam Wege zur Gesunderhaltung der Rebe.
Meistgelesene News
Weitere News aus dem Ressort Wissenschaft
Holen Sie sich die Lebensmittel- und Getränke-Branche in Ihren Posteingang
Mit dem Absenden des Formulars willigen Sie ein, dass Ihnen die LUMITOS AG den oder die oben ausgewählten Newsletter per E-Mail zusendet. Ihre Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Die Speicherung und Verarbeitung Ihrer Daten durch die LUMITOS AG erfolgt auf Basis unserer Datenschutzerklärung. LUMITOS darf Sie zum Zwecke der Werbung oder der Markt- und Meinungsforschung per E-Mail kontaktieren. Ihre Einwilligung können Sie jederzeit ohne Angabe von Gründen gegenüber der LUMITOS AG, Ernst-Augustin-Str. 2, 12489 Berlin oder per E-Mail unter widerruf@lumitos.com mit Wirkung für die Zukunft widerrufen. Zudem ist in jeder E-Mail ein Link zur Abbestellung des entsprechenden Newsletters enthalten.
Weitere News von unseren anderen Portalen
Zuletzt betrachtete Inhalte
Axereal erwirbt das Malzgeschäft von Cargill
ACD und Industrie 4.0: Big Data trifft auf Elektronik KnowHow
Food Tech Startup Noa Drinks launcht alkoholfreie Alternative zu Gin
Mit Crowdfunding gegen Lebensmittelverschwendung - Das Community Kitchen entsteht in München
BME veröffentlicht Mustervertrag für Cloud-Software aus Anwendersicht
Jeder vierte Deutsche isst nie Fast Food