Weil die Brauer es lieben: Bierland Oberfranken bleibt Bierland Oberfranken
Aber es wird eine zusätzliche Vermarktungsebene auf fränkischer Ebene aufgebaut / Erfolgsbilanz zum 10-jährigen Jubiläum und neue Pläne auf der Jahreshauptversammlung des Vereins Bierland Oberfranken am 6. November in Hallerndorf Vor 10 Jahren wusste kaum jemand, dass Oberfranken einen ganz besonderen Weltrekord hat: Bezogen auf die Einwohnerzahl, ist Oberfranken mit großem Abstand die Region mit der höchsten Brauereidichte der Welt, und selbst im Vergleich mit ganzen Ländern liegt Oberfranken weltweit auf Platz 5 hinter den USA, China, Russland und Deutschland. Um diesen unglaublichen Weltrekord für Oberfranken besser zu vermarkten, haben führende Brauereien aus der Region, die Handwerkskammer für Oberfranken und die Marketinginitiative Oberfranken Offensiv am 8. Dezember 2004 den Verein Bierland Oberfranken gegründet.
Nach 10 Jahren, so der Kulmbacher Landrat Klaus Peter Söllner, können wir eine sehr erfolgreiche Zwischenbilanz ziehen. Dass Oberfranken das Zentrum der Braukultur schlechthin ist, ist heute weit über die Grenzen Oberfrankens hinaus in der Öffentlichkeit bekannt. "Unser Verein Bierland Oberfranken hat dafür in den letzten Jahren enorm die Werbetrommel gerührt und den Weltrekord mit vielen Aktionen wie dem Bayerischen Bierstreit, Messeauftritten in München, Mailand, Berlin oder Brüssel bekannt gemacht."
Bierland Oberfranken
Aber nicht nur das, so Christof Pilarzyk, der geschäftsführende Vorstand von Bierland Oberfranken. "Wir haben in den letzten 10 Jahren auch dafür gesorgt, dass die oberfränkische Bierkultur überhaupt erlebbar wird, für Einheimische genauso wie für Ausflügler und Touristen. Denn vor 10 Jahren gab es praktisch keine touristisch verwertbaren Informationen über das Bierland Oberfranken". Das hat der Verein inzwischen grundlegend geändert. In den letzten 10 Jahren wurde eine große Internetplattform entwickelt, die mit umfangreichen Recherchen jedes Jahr, und vor allem mit System Stück für Stück weiter ausgebaut worden ist. Heute finden sich unter www.bierland-oberfranken.de<http://www.bierland-oberfranken.de> umfangreiche Internetdatenbanken, die dazu einladen, die oberfränkische Bierkultur umfassend und in all ihren verschiedenen Facetten direkt zu erleben. Angefangen von den bebilderten Portraits von 159 Brauereien, 136 Brauereigaststätten und 400 Biergärten inklusive allen notwendigen touristischen Informationen wie Öffnungszeiten oder Routenplaner, über den Bockbieranstich-Kalender mit jährlich über 100 Bockbieranstichen, über Portraits der vier oberfränkischen Brauereimuseen, einen umfassenden Veranstaltungskalender und den insgesamt 54 Brauerei-Touren, die der Verein für seine Mitgliedsbrauereien entwickelt hat.
Diese umfassende Bestandsaufnahme der oberfränkischen Bierkultur ist inzwischen abgeschlossen, so Christof Pilarzyk, geschäftsführender Vorstand des Vereins Bierland Oberfranken. Und wird natürlich von uns und unseren Partnern GuideMedia Bamberg (jährliche Recherchen) und TMT Bayreuth (Internet) ständig auf dem Laufenden gehalten. Jetzt, so Pilarzyk, kommen die nächsten großen Aufgaben auf uns zu. Eine große Aufgabe wird es sein, unsere Mitgliedsbrauereien dabei zu unterstützen, ihre touristischen Angebote auf hohem Qualitätsniveau weiter zu entwickeln. Hierfür werden wir neue Seminare und Workshops zum Thema Genussbotschafter, Biersommelier, Brauereiführung und Brauereierlebnis anbieten.
Die zweite große Aufgabe, so Pilarzyk, ist die weitere touristische Vermarktung unserer Bierkultur. Und die stand im Mittelpunkt der Jahreshauptversammlung von Bierland Oberfranken. Soll sich dafür Bierland Oberfranken dafür in Bierland Franken umbenennen ? Franken ist als Tourismusbegriff bereits bekannt, auch in München oder Berlin.
Andererseits hat sich Bierland Oberfranken in den letzten 10 Jahren als Marke etabliert. Und die Brauereien identifizieren sich mit ihrem Bierland Oberfranken, mit ihren Autobahnschildern und natürlich vor allem mit ihrem Alleinstellungsmerkmal "höchste Brauereiendichte der Welt", das Votum dafür war überwältigend.
Vorstandsmitglied Georg Rittmayer, gleichzeitig Obermeister der Brauer- und Mälzer- Innung Oberfranken- West, brachte es mit seinem Vergleich mit Schottland und schottischem Whiskey auf den Punkt: Speyside ist eine Region in Schottland, die als zentrale Whisky-Region Schottlands gilt, weil hier nicht nur die meisten Brennereien liegen, sondern auch Mälzereien, Böttchereien und (unabhängige) Abfüllbetriebe. Speyside hat sich deswegen immer schon nicht nur unter dem Namen Schottischer Whiskey, sondern auch als eigene Whiskey- Region Speyside vermarktet.
Die Mitgliederversammlung beschloss mit überwältigender Mehrheit, diesen Weg zu gehen und die Marke Bierland Oberfranken zu erhalten. Sie gab dem Vorstand aber gleichzeitig den Auftrag, eine zweite Vermarktungsebene Franken zu etablieren, um die Zusammenarbeit mit Institutionen wie dem Tourismusverband Franken oder dem VGN Nürnberg zu verstärken.
Das Kultgetränk (ober) fränkisches Bier soll, so die Vision, dann auf Augenhöhe mit Regionalmarken wie dem schottischen Whiskey, dem Champagner oder dem Parmaschinken stehen. Deswegen wird Anfang 2015 eine neue oberfränkische Bierkönigin gewählt. Das steht im Jahr 2015 an, so Pilarzyk, außerdem werfen große Ereignisse ihren Schatten voraus. 2016 findet in Bayreuth die Landesgartenschau statt, und im Jahr 2016 wird das Bayerische Reinheitsgebot 500 Jahre alt. Wenn das kein Grund zum feiern ist...