Siebert: „Rolle rückwärts nicht mit uns. Die Friedenspflicht ist vorbei!“
Tarifverhandlungen Systemgastronomie: Angebot ist nicht weiter verhandelbar. Schlichtung vereinbart.
Auch die vierte Verhandlungsrunde mit dem Bundesverband der Systemgastronomie (BdS) hat kein Ergebnis gebracht. „Die Arbeitgeber sind so dreist, sogar ein gegenüber dem letzten Stand verschlechtertes Angebot auf den Tisch zu legen. Nach wie vor sollen Leistungen aus dem Manteltarifvertrag, wie Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld oder Zuschläge, gekürzt werden, um damit die Erhöhung der untersten Löhne auf 8,51 Euro zu kompensieren“. Das sei für die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) „eine Rolle rückwärts“. Aufgrund der festgefahrenen Positionen haben sich NGG und BdS auf eine freiwillige Schlichtung geeinigt, die noch im Dezember starten soll.
„Die Friedenspflicht ist vorbei. Wir werden unsere Forderungen nun öffentlich im Weihnachtsgeschäft verdeutlichen. Warnstreiks sind nicht ausgeschlossen“, so Burkhard Siebert, stellvertretender NGG-Vorsitzender.
„Die Arbeitgeber hatten ein verbessertes Angebot angekündigt. Vorgelegt haben sie kosmetische Veränderungen: Wir akzeptieren keinen sauren Wein in neuen Schläuchen. Mehr als 100.000 Beschäftigte bei Burger King, McDonald‘s, Starbucks, Autogrill und weiteren Mitgliedsunternehmen des Verbandes erwarten als gerechte Anerkennung für ihre harte Arbeit von einem Tarifvertrag deutlich mehr als das Niveau des gesetzlichen Mindestlohns und keine Einschnitte in den Manteltarifvertrag“, hat Siebert erklärt.
Die Gewerkschaft NGG fordert, dass der Manteltarifvertrag in seiner materiellen Substanz erhalten bleibt, eine Anhebung der untersten Löhne über das Niveau des gesetzlichen Mindestlohns, den Erhalt des Tarifgitters mit einer fairen Erhöhung der weiteren Entgeltgruppen sowie eine schnelle Angleichung der Entgelte in den ostdeutschen Bundesländern.
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