Agrarpreise unter Druck: Im Mai 2026 lagen die Erzeugerpreise in der Landwirtschaft um 13,9 % unter dem Vorjahresniveau

Besonders stark unter Druck: Milchpreise brechen um 25 % ein, Speisekartoffeln kosten mehr als die Hälfte weniger als im Vorjahr

14.07.2026
AI-generated image

Symbolbild

Erzeugerpreise landwirtschaftlicher Produkte insgesamt, Mai 2026

-13,9 % zum Vorjahresmonat

-1,5 % zum Vormonat

Preise für pflanzliche Erzeugnisse

-10,4 % zum Vorjahresmonat

Preise für Tiere und tierische Erzeugnisse

-15,9 % zum Vorjahresmonat

Die Erzeugerpreise landwirtschaftlicher Produkte waren im Mai 2026 um 13,9 % niedriger als im Mai 2025. Im April 2026 hatte die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahresmonat bei -12,3 % gelegen, im März 2026 bei -8,8 %. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, fielen die Erzeugerpreise landwirtschaftlicher Produkte im Mai 2026 gegenüber April 2026 um 1,5 %.

Die Preise für pflanzliche Erzeugnisse sanken im Mai 2026 um 10,4 % gegenüber Mai 2025, die Preise für Tiere und tierische Erzeugnisse fielen um 15,9 %. Auch im Vergleich zum Vormonat verbilligten sich im Mai 2026 sowohl pflanzliche Erzeugnisse (-0,7 %) als auch Tiere und tierische Produkte (-2,0 %).

Preisrückgang bei Speisekartoffeln hält an

Der Preisrückgang bei pflanzlichen Produkten um 10,4 % im Vergleich zum Vorjahresmonat ist erneut unter anderem auf die gesunkenen Preise für Speisekartoffeln zurückzuführen. Diese waren im Mai 2026 um 53,5 % niedriger als im Mai 2025. Im April 2026 hatte die Vorjahresveränderung bei -54,7 %, im März 2026 bei -55,2 % gelegen. Gegenüber dem Vormonat April 2026 stiegen die Speisekartoffelpreise um 0,6 %.

Preise für Obst und Getreide gesunken, für Gemüse, Handelsgewächse, Futterpflanzen und Wein gestiegen

Die Erzeugerpreise für Obst waren im Mai 2026 um 22,5 % niedriger als ein Jahr zuvor. Deutliche Preissenkungen gab es unter anderem bei Tafeläpfeln mit -33,3 %. Im Gegensatz hierzu verteuerten sich Erdbeeren um 3,3 % gegenüber Mai 2025.

Die Preise für Gemüse stiegen binnen Jahresfrist leicht um 0,2 %, wobei insbesondere Tomaten (+28,2 %) und Gurken (+21,5 %) teurer waren. Preissenkungen waren hingegen unter anderem bei Blumenkohl und Kohlgemüse zu beobachten, die sich binnen Jahresfrist um 11,0 % beziehungsweise 8,7 % verbilligten.

Getreide war im Mai 2026 im Vergleich zum Mai 2025 um 9,5 % günstiger. Die Preise für Handelsgewächse insgesamt lagen im Mai 2026 um 2,6 % höher als ein Jahr zuvor, darunter verteuerte sich Raps um 5,6 %. Die Preise für Futterpflanzen stiegen leicht um 0,1 % im Vergleich zum Vorjahresmonat. Dies war der erste Preisanstieg seit März 2024 (+0,8 % gegenüber März 2023). Die Preise für Wein waren im Mai 2026 um 1,0 % höher als im Mai 2025.

Tierische Erzeugung: Preisrückgang bei Milch, Schweinen, Rindern und Geflügel, Preisanstieg bei Eiern

Der Preisrückgang für Tiere und tierische Erzeugnisse um 15,9 % im Vergleich zum Vorjahresmonat ist unter anderem auf die gesunkenen Preise für Milch zurückzuführen. Der Milchpreis lag im Mai 2026 um 25,3 % niedriger als im Vorjahresmonat. Im Vergleich zum Vormonat April 2026 stiegen die Preise für Milch um 1,7 %. Bei Eiern kam es binnen Jahresfrist hingegen zu einer Preissteigerung von 13,6 %.

Die Preise für Tiere lagen im Mai 2026 um 11,4 % niedriger als im Mai 2025. Maßgeblich dafür war der Preisrückgang bei Schlachtschweinen um 19,5 %. Auch bei Rindern sanken die Preise um 6,7 %, dies war der erste Preisrückgang seit April 2024 (-1,5 % gegenüber April 2023). Die Preise für Geflügel waren im Mai 2026 um 0,7 % niedriger als im Mai 2025. Dies war die erste Preissenkung seit Oktober 2024 (-0,6 % gegenüber Oktober 2023). Ausschlaggebend hierfür war die Preissenkung bei Hähnchen um 4,7 %. Bei Sonstigem Geflügel (Enten und Puten) kam es hingegen zu einem Preisanstieg um 5,7 %.

Methodische Hinweise:

Der Index der Erzeugerpreise landwirtschaftlicher Produkte misst die Entwicklung der Verkaufspreise der Landwirtschaft (ohne Umsatzsteuer) in Deutschland und zeigt damit die Preisentwicklungen auf der ersten Wirtschaftsstufe. Die Jahres- und Wirtschaftsjahresergebnisse werden saisongewichtet ermittelt und weichen dadurch oftmals vom arithmetischen Mittel der Monatsindizes Januar bis Dezember für das Jahr beziehungsweise Juli bis Juni für das Wirtschaftsjahr ab.

Weitere News aus dem Ressort Preisentwicklung

Meistgelesene News

Weitere News von unseren anderen Portalen