Sichere Trinkwasserversorgung weltweit: Lutz-Jesco baut Forschung zu Chlorgastechnologie aus

25.08.2026

Lutz-Jesco baut seine Forschung und Entwicklung für sichere Chlorgastechnologien aus. Ziel ist es, den Umgang mit Chlorgas weiter zu verbessern und die Trinkwasserdesinfektion noch sicherer zu machen. Denn obwohl Chlorgas als Gefahrstoff gilt, bleibt es für die sichere und wirtschaftliche Desinfektion großer Wassermengen in vielen Regionen der Welt unverzichtbar.

Lutz-Jesco

Dr. Helge Oesinghaus, Desinfektionsspezialist bei Lutz-Jesco

Chlorgas gilt als hochwirksames Desinfektionsmittel, zugleich aber auch als Gefahrstoff. Medien berichten immer wieder über Chlorgasaustritte in Schwimmbädern, Evakuierungen oder Verletzte nach technischen Defekten oder Bedienfehlern. „Entsprechend kritisch wird der Einsatz des Gases diskutiert. Dennoch bleibt es in Zukunft für die Trinkwasserversorgung von Millionen Menschen weltweit unverzichtbar“, sagt Dr. Helge Oesinghaus, Desinfektionsspezialist bei Lutz-Jesco.

Zwar existieren heute zahlreiche alternative Verfahren, darunter UV-Desinfektion, Ozonierung oder Membranverfahren. Doch für die wirtschaftliche Desinfektion großer Wassermengen gibt es zu Chlorgas vielerorts keine gleichwertige Alternative, ist Dr. Oesinghaus überzeugt. Entscheidend sei deshalb nicht die Frage, ob Chlorgas eingesetzt wird, sondern wie sicher damit umgegangen wird. „Lutz-Jesco will seine Investitionen in Forschung und Entwicklung künftig weiter ausbauen, um Chlorgasdosieranlagen kontinuierlich sicherer zu machen und den verantwortungsvollen Einsatz der Technologie weltweit zu unterstützen.“

Alles aus einer Hand: Systemlösungen machen Chlorgasanlagen sicherer

Im Fokus der Forschungs- und Entwicklungsarbeit von Lutz-Jesco stehen Systemlösungen, die Sicherheitsrisiken schon bei der Anlagenplanung minimieren.

Als einer der wenigen Hersteller weltweit entwickelt Lutz-Jesco daher vollständig kompatible Gesamtsysteme, bei denen alle Komponenten aus einer Hand stammen, aufeinander abgestimmt sind und ihr Zusammenspiel umfassend getestet wurde. Auf Wunsch integriert Lutz-Jesco die Chlorgasanlagen sogar in reisefertige Seecontainer, die beispielsweise in Krisengebieten zum Einsatz kommen. Die Chlorgasdosiersysteme arbeiten zudem im Vollvakuum. Selbst bei einer mechanischen Beschädigung der Leitungen trägt das System dazu bei, einen unkontrollierten Austritt von Chlorgas zu verhindern. Bei einer sachgerechten Auslegung und dem ordnungsgemäßen Aufbau des Gesamtsystems erscheint ein Chlorgasaustritt wenig wahrscheinlich. Zum Sicherheitskonzept zählen darüber hinaus Funktionen wie Gasfilter, Abblaseventile, Gaswarngeräte, Chlorwäscher und Wassersprühanlagen.

Auch Know-how aus der Normungsarbeit fließt in die Entwicklung neuer Sicherheitslösungen ein. Thomas Beutel, Experte für dosiertechnischen Anlagenbau bei Lutz-Jesco, engagiert sich seit vielen Jahren in der Normungsarbeit. Er ist unter anderem Obmann des DIN-Arbeitskreises DIN 19606 „Chlorgasanlagen in der Wasseraufbereitung“. Darüber hinaus arbeitet er in Fachgremien von DIN, DVGW, DGfdB, BSW und figawa mit. Seine Erkenntnisse fließen in die Weiterentwicklung technischer Standards und neuer Sicherheitslösungen bei Lutz-Jesco ein.

Bevölkerungsschutz in einem Entwicklungsland: 72 Millionen Liter Trinkwasser pro Tag

Wie moderne Chlorgastechnologie zur Verbesserung der Trinkwasserqualität beitragen kann, zeigt ein aktuelles Projekt in einem Entwicklungsland. Die bestehende Trinkwasserinfrastruktur war nicht mehr in der Lage, das Rohwasser ausreichend aufzubereiten. Dadurch bestand das Risiko einer gesundheitlichen Gefährdung durch mikrobiologische Verunreinigungen.

Im Rahmen einer Modernisierung wurde ein bestehendes Trinkwasserwerk mit einer zeitgemäßen Chlorgasdosieranlage ausgestattet. Herzstück der Anlage ist ein Vollvakuum-Chlorgasdosiergerät, das in Verbindung mit einer Mess- und Regeltechnik die Chlorgasmenge präzise steuert und über einen Injektor in den Wasseraufbereitungsprozess einbringt.

Die neue Anlage kann bis zu 35 Kilogramm Chlor pro Stunde dosieren. Dadurch wurde die tägliche Aufbereitungskapazität des Wasserwerks von rund 39 auf bis zu 72 Millionen Liter Trinkwasser erhöht. Dies verbessert die Versorgungssicherheit und trägt wesentlich zur hygienischen Qualität des Trinkwassers bei.

Das verfügbare Trinkwasserangebot kann durch klimatische Veränderungen schwanken. Entscheidend ist jedoch nicht allein die verfügbare Menge, sondern insbesondere die mikrobiologische Qualität des Wassers. Sauberes und sicheres Trinkwasser ist nach den Grundsätzen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ein grundlegendes Menschenrecht.

Weitere News aus dem Ressort Forschung & Entwicklung

Meistgelesene News

Weitere News von unseren anderen Portalen

Themenwelt Künstliche Intelligenz (KI)