Zwei Fälle von seltener FSME-Virus Übertragung durch Ziegenrohmilchprodukte

21.06.2016 - Deutschland

Zecken können nicht nur Menschen, sondern auch Tiere mit dem FSME-Virus infizieren. Vergangene Woche wurden dem Kreisgesundheitsamt zwei FSME-Fälle gemeldet, die ohne Zeckenstich aufgetreten sind. Aufgrund der Umstände der  Fälle bestand der Verdacht, dass das Virus durch den Konsum von frischer Ziegenrohmilch übertragen worden war.  Vor diesem Hintergrund wurden durch den Erzeuger vorsorglich in Absprache mit dem Landratsamt alle weiteren Ziegenrohmilchprodukte sofort aus dem Verkauf genommen. Der betroffene Hof, bei dem die Ziegenmilch erzeugt und verzehrt worden war (Ziegenhof Loretto, Zwiefalten), hat darüber hinaus umgehend seine Kunden informiert und von sich aus die ausgelieferte Ware zurückgerufen.  
 
Im Rahmen der Untersuchungen waren von den Tieren und frisch produzierten Lebensmitteln durch das Kreisgesundheitsamt des Landratsamtes Reutlingen Proben genommen worden. Die Ergebnisse, die am heutigen Nachmittag beim Landratsamt eingetroffen sind, zeigen, dass einige Ziegenrohmilchprodukte des betroffenen Hofes tatsächlich mit dem FSME-Virus kontaminiert waren.  

Sollten deshalb trotz der getroffenen Vorsorgemaßnahmen wider Erwarten noch Ziegenrohmilchprodukte dieses Erzeugers beim Verbraucher oder im Verkehr sein, wird vom Verzehr dringend abgeraten.
 
Hintergrundinformation „Durch Zeckenstich infizierte Tiere können das FSME-Virus für einige Tage mit der Milch ausscheiden. Die Übertragung von FSME-Viren durch infizierte Milchtiere ist aber selten“, so Dr. Gottfried Roller, Leiter des Kreisgesundheitsamts.  
 
„Baden-Württemberg ist als FSME-Risikogebiet eingestuft. Das bedeutet, dass die Wahrscheinlichkeit, bei einem Zeckenstich mit dem FSME-Virus infiziert zu werden größer ist, als in Nicht-Risikogebieten“, so Stefan Brockmann, Leiter des Geschäftsteils Gesundheitsschutz im Kreisgesundheitsamt.  
 
Eine Infektion mit dem FSME-Virus kann grippeähnliche Symptome wie Fieber, Kopf- und Gelenkschmerzen hervorrufen. In seltenen Fällen verläuft die Infektion schwerwiegend mit Entzündungen der Hirnhäute und des Gehirns. Die Ständige Impfkommission beim Robert Koch Institut in Berlin empfiehlt eine FSME-Impfung für Personen, die in FSMERisikogebieten zeckenexponiert sind. 

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